Full text: (9. Jahrgang)

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Edeliteinen bauen fönnen, er war ja rei. Er Hätte diejen 
Tempel mit großem Pomp weihen fönnen, er mar ja Brahma- 
ne, ein ®ötterjohn, aber das alles Icdhicte fi nicht für jJeinen 
Heiland, — Er iOHritt in itiler Frühe allein zur Weihe feines 
Heiligtums. Sr Hatte gebadet, den {Möniten Blumenfranz ge: 
munden und nun Eniete er vor feinem Zempel — aber wo war 
der Swami, das Gögenbild? jein Tempel war ja leer! — Die 
Zeit floß dahin, fein Gemüt murde jtiller, er fam jeltener in 
jeinen Garten, fein Tempel mar wieder von SGeijtriüpp ober- 
mwuchert, mar e8 alles Zäufchung mit ihm? aber, fieh nur, da 
hat ein Feigenbäumeben das mniedere Ziegeldach erreicht 11m0 
trog aller Hindernifje ift eS durch die Ziegeln Hindurch 118 
Freie gedrungen, denn auf den indijden Dächern find die Halb. 
runden DachHziegeln ja nicht feftgekittet, fondern Liegen Tofje auf, 
Das war ihm ein Gleihnis und eine Offenbarung. Er mußte 
trogß aller Hinderniffe das Licht fuchen, Er gelobte es Gott, 
dem SGegenmwärtigen, in diefer Stunde. Niemandem Hatte er 
von feinem Geheimnis etmas verraten, auf dem Berg Heint al. 
ten Kafbhinath war er nidht einmal mehr gemwefjen feit jener 
Nacht, da ihın die Gemwißheit gefommen, daß fein Heiland Lebe, 
— Idun mußte er Handeln, Da fırchte er. zuerit feinen alten 
Freund auf dem Berge auf umd jHiittete iur jein ganzes Herz 
aus, Auf Verständnis Hatte Narajanaı gehofft, aber daß der 
Ginjiedler jo tief ergriffen und jo tief gehende Fragen {tellen 
würde, mie er e8 tat, famı ihm ganz uner*‚aArtet, Der mar alfo 
au nicht froh mit jeinen Göttern und fehnte fih nad einem 
Heiland. Immer mieder mußte ihın Narajana erzählen, was 
er von dem Heiland wußte, Hätte er doch nur feinen Namen 
erinnert, aber der mar ihm durchaus entfOmunden. Daß es 
als Theaterftück gefhehen, kam ihm au nicht mehr ins Ge- 
dächtnis, das verfhmand Hinter der großen Sache ganz. Ob er 
nach Mormwara gehen und den Berkündiger diejer Botfchaft fır= 
hen follte? Würde er ihn finden? DochH wer jullte den Lem: 
pel in Bunjapur verforgen? fo mogte e3 in ihn auf und nieder. 
Nach Ianger Unterredung drang einmal Kafhinath ganz 
entidieden in den jungen BraHmanen: „Geh, mein Sohn, furche 
Seinen Tempel! Darum Hat Gott dih aller Familienbande entle- 
digt, um dih dazıt frei zu Madden, und fomm zurüg und zeige 
Ihn mir., AG, daß ih jung wäre und mit dir ziehen Könnte!“ 
— „Mer mie kann ih den großen Tempel, dem ih wie meine 
Näter diene, verlaffen, Hätte id doch einen Sohn, der nach mir 
Yırja (Opferdienit) im Tempel tun fönnte,“ wandte Narajana
	        
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