Full text: (8. Jahrgang)

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vielen Baptijtenjahre doch jehr an. Fahre kamen, Yahre ginz 
gen. Auf einmal war er in Chicacole entlaffjen. Er kam nach 
Sunipur und Dat um Arbeit. Da bekam er den Befjcheid: Bap- 
tijten fönnten wir nicht amnftenen. Br. Leuckfeld, der die Sta- 
tion damals verwaltete, fragte den ung als Heißipornig De= 
fannten baptijtiien Miffionar A.inChicacole nad) dem Grunde 
der Entlafiung und befam die Antwort: Jefutdas jei geiftlich 
nicht in dem Make gewachjen, wie cS einem Katedheten ge= 
zieme, er habe auch gelernt etwas Tijchlerei und Uhrmacherei 
zu verjtehen, das jcheine auch nicht auf geiftlidhes Wachstum 
hinzudeuten! Fefudas blieb in ®Ounipur, fein Wandel wur 
till und treu und als er fih zur Aufnahme in jeine Mutter- 
firdhe meldete, Hatte unjere Mijfion keine Gründe, diefelbe zu 
vermeigern. Seine Frau mwar in Chicacole getauft worden, 
Rinder haben fie leider nicht, Dann bat er wieder um 
Arbeit, Unier Mijfionar Hatte ihn inzwijden {fo Hoch 
ichägen gelernt, daß er fein Gefuch nun BDGefürwortete, 
zumal, nachdem er die näheren Umftände des BruGhs 
mit den Baptijten von Mr. AM. erfahren Hatte. So 
wurde der ESritling SGunipurs unfer Mann. Das find num 
eine ganze Reihe Jahre her, und wir Haben e8 nie bereut. 
Mer nun wollte er gerne Katedhet werden. Da’ mußte er mwie- 
der itramm an die Bücher, denn wir verlangen von unfjeren 
Katecheten gar nicht fo ganz wenig. Fnzmwijcdhen ijft er auch ja, 
wie {don ermähnt, ergraut und hat die Brille auf der Nafe, 
wenn er etwas Tejen fol. Zwei Kahre lang hat er neben fei= 
ner Berufsarbeit mande Nacht eifrig ftudiert. Er wollte {0 
gerne jein Eyamen madjen. €3 war mirflid erbaulidh, zu 
jehen, wie treu er felbft auf Reijen jeden Augenblik lernte, 
Wir fönnen in unjern engen BVerhältnifjen ja unjeren Leuten 
nicht die nötigen Lehrbücher verfhaffen. Sie miüfjfen alles abs 
jchreiben, nad Diktaten im Seminar. Das hat ja fein Gutes, 
ntacht aber viel Mühe. Dann durften Br. Bothmann und ich 
ibn ezaminieren und ihn mit gutem Gemiffen Geftehen lajjen. 
Nun ijit er Katedhet von Gunipur, der in Telugu und OYdiya 
ein gute8 Zeugnis ablegt für den HErrn. Er ift fo ganz mit 
den SHindufchriften und allen Priejterkniffen vertraut, fingt 
die Lieder der Hindu ihnen hei der Heidenpredigt vor, um ihnen 
zu zeigen, maß fie find. Sein Bruder ijt der Gögenpriejter. 
&8 ijt aber jehr die Frage, welder von beiden Bei den Heiden 
in Gunipur mehr Adtung genießt, der KajftenIofe, Hriftliche 
Katechet oder der Kaftenjtolze Priejterbruder. Gebe Gott uns
	        
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