Full text: (7. Jahrgang)

1194. 
tragen eine Art Hemd. Yebrigens glauben die Hererov, daß 
ihre {Omarze Hautfarbe von der Sünde ihrer Stammeltern 
herrühre. Gott war jo zurnig, daß ihre Kinder [Omwarz wurden. 
Sie verbreiten eine unangenehme Ausdünftung, wovon felbfit 
unjere Hindu nicht ganz frei find und färben auch ab, wo fie 
li anlehnen, zumal fie gerne ihren ganzen Körper mit einer 
Salbe aus. Fett und rotem Pulver einveiben. Waffer gibt’8 
wenig, jJomit wajdhen fidh die Herero wenig, aber oft waiden 
fie doc Kopf und Hände in ihrem zum Kochen beftimmten 
Waller und trinken das Walfer, worin Europäer ihre Wäfiche 
gewaicdhen haben — mweldher Hindır täte das! Welche Erzie= 
Hungsarbeit licgt fhon nach diefer Seite hin auf den EHultern 
der Miffionare, ihnen Arbeit und Reinkichkeit lieb zu maden. 
Die unter dem Einfluß der Mijion ftehenden Herero nennen 
den Sonnabend den „Tag der Arbeit“, denn da muß das Kleid 
gewaldhen und die Hlitte mit Kuhdung gefhmiert merden, da- 
mit alles für den Sonntag frifch ijt. Weil die Herero ja umbher- 
ziehen, ijt e$ eine jOmwierige Sache mit dem Taufunterricht. 
ES gilt, fie zuerjt feßhaft zu madjen und fie anzumweifen, Gärten 
anzulegen, in den Fußbetten Weizen zu fäen, Axt, Pflug und 
Spaten zu gebrauchen, zu nähen, zu bügeln, zu mwajchen und 
zu fodhen, um fih den Lebensunterhalt zu verdienen. Mit 
Handwerken, wie Schloufferei, Tijdhlerei und dergleichen ftehen 
die Herero noch auf ganz geipanntem Fuß. Wozu auch? 
Schau ihre Hütte an, man kann ohne das alle8 auskommen. 
Die Hütte fieht aus wie ein Bienenkvrb, ift mit Lehm gut ver- 
Idhmiert und Hat gar feine Fenfter, Die Tür ijt eine recht 
enge Deffnung, durch die man ganz gebückt ins dunkle Innere 
friedht und dort am Boden hHockt, Am Stüßpfahl in der Mitte 
ijt die Feuerjtelle, Möbel find ebenfjo überflitjfig wie der 
Schornftein, Mlande Chrijten Haben gelernt, io Häufjer aus 
Backlteinen zu bauen 11nd einfache Möbel zu gebrauchen. 
Die Milch ihres Viehbejtandes füllen die Herero in ihre 
enghalfigen Fafdhenkürbijfe. Da wird fie recht Bald Jauer, und 
bildet in diejem Zujtand das Hauptnahrungsmittel neben dem 
Hleifdh der namentlich zu den Feitzeiten gefhlachteten Tiere 
oder — der gefallenen. ESinerlei, vb frijch vder verwejend, ge- 
fund oder grün, Feijdh ijt Feifd und muß gegeffen werden. 
Baumbharz und Wurzeln werden audH als Nahrung gebraucht. 
Das Volk ift gerade jo wie bei uns in Indien gewöhnt, mit 
großer Dürre nud nadfolgender Hungersnot zu Fämpfen, und 
Das ijt ein bitterer, ausfichtSlvojer Kampf.
	        
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