Full text: (7. Jahrgang)

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heute früh mit Jeinem Herrn in der Stadt den Plan gefchmiedet, 
die Idhmwarzäugige Sundari dem Harem des SGoldmenjcdhen hinzuzu- 
Aigen und fiQ jo für die Schulden, die Appadır doch nicht tilgen 
fanın, bezahlt zu maden. Sundari hört das Rufen; — fie ichweigt, 
Dsman geht vorwärts, jtolpert, (tößt fi an Jein Schienbein und 
finft im Dunkeln zur Erde, Lange i{t’8 (till. Wieder erhebt er 
jeine Stimme: „Ach, ich bin Jo durftig! — gebt mir einen Schluck 
Bafjer!“ Das Mitkeid regt ich, Sundari füllt den Zidhambu mit 
Walfer und jebt ihn in erreichbarer Nähe des Mohammedaners 
nieder. „Mein Arm ihmerzt fo, ich kann ihn nicht ausfirecken, 0, 
mein rn! ©, wie ih dueitig bin! DO, gießt mir doch das Wajier in 
meinen Mund!“ io jammert er. — Endlidh it Sundari$ Gerz 
ganz weich. Sie get zu ihm; um feine Bitte zu erfüllen; das 
arme Weib in der Eee des Heinen Raumes ahnt ja nichts; da — 
er itreckt feine Arme aus nad ihr; ehe fie jdhreien fann, it das rate, 
mit Betäubungsitoff gefüllte Zajdhentucdh in Sundaris Mund ge- 
itopft — fie wehrt fi, fie will 108, die Mutter Hört eS nicht -— 
batd it allc8 itill. Wie Ieblos liegt Sundari in den Armen Des 
Böjewiches —- alles ift ihm gelungen, An den Biüffein vorbei 
tränt cr feine Lait bis zum Musgang. Vorlichtig Hält cr Um- 
ichau, auch draußen ift alles {till Schnell trägt ‚ex eine Laft 
zum nahen Tempel und birat fie und fich Hinter dem großen {tei: 
nernen Reitohs des Siva. Dort wartet er his der lebte Laut im 
Dorf verfitummt it. Dann gehts fort, naddent vr noch einmal 
das Tuch über Sundaris Mund und MNafe gebreitet. Cr 
trägt jeine Lait. Leicht it fie nur, denn der Hunger Haf {cin Werk 
an dem Kinde getan. — Zwei Stunden ift er gegangen, und fie 
ichläft no. Da erreicht er feinen Ochfenkfarren und fort gehts, 
wohin? — 
Mppadır it fpät Heingekehrt. Er wundert fih nicht, daß in 
jeinem Haufe alles ftill it. Nır feine Büffeln jhnlffeln am Boden 
herum; — fie fuchen Stroh, aber er hat fein. Ohne hineinzugehen 
ninunt er feinen gewohnten Blag auf der Heinen Veranda des 
Haufes ein. Sein Kopftuch breitet er auf den Lehmfußboden und 
itrect fich darauf aus. Zuzudeden braucht er fiHh nicht, es il 
marm genug. 
ls die Hähne Frähen, it au Appadır wach. Alles ilt 
til, Sundari i{t wohl {Hon hinaus, um Wafjer zu Holen und 
jein Weib Hat ja Fieber. Er jebt fidh draußen wieder hin, die 
Hrme über die Aniee gelegt, und finnt und finnt. Aber wenn 
jeiner au fein Morgenmahl wartet, feine Zähne muß er doch 
puben: fo aeht er wieder hinein. Der hingeworfene Zidambu auf
	        
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