Full text: (7. Jahrgang)

— 104 — 
Der alte Mann fandte darauf feinen Sohn mit mir, um 
mir nach ©gavif zu Helfen. Er gab mir auch einen getrockneten 
Vacdhs und mehrere frijdhe Fijdhe, fo daß wir genügend Nahrung 
hatten. Ich gab ihın mein neues Tajdhenmeffer zum Anden- 
fen. Er wollte mein Gewehr kaufen, aber das konnte ich nicht 
entbehren. - Außer dem Häuptlingsjohn ging auch der junge 
Mann, der mich gefunden, mit, um uns beim Transport des 
Bootes über den Landübergang zu helfen. Die Nacht brach- 
ten wir unter dem umgejtürzten Boote zu, da wir kein Zelt 
hatten. Mın nächiten Morgen war Eis rings um un8 her. Bor 
uns Iag nur noch der viel gefhmähte „Schlammbadh“, der in 
den Kusfokwim mündet. Nah dem Frübhftück gab ich dem 
jungen Mann ein Paar Sofenträger und alles Geld, das ich 
noch hatte; 15 Cents, glaube id. Der Schlammbach hatte Waf- 
jer, aber auch Eis; wir mußten uns durharbeiten. Gegen 
Mittag, am Mittwoch den 6. September, erreichten wir Dgavik, 
mo Br. Hinz meinen Begleiter mit Hofjenträgern, Tee ufw. 
bezahlte. Der alte Mann Hatte jeinen Sohn fehr ungern mit 
mir ziehen laffen. Cr fdhien zu fürchten, daß man ihn arre- 
tieren fünne; wenigjtens glaubte id das den Zeichen, die er 
madite, entnehmen zu müffen, aud fprad er von Ketten ufmw. 
Singeborene hatten nämlih mehrere, der Regierung gehörige 
KRenntiere, die ih von der Herde verirrt hatten, gefhofjen, und 
der „Kommijalti Mike“ (Kommiffar MacDonald) fuchte die 
Schuldigen. Die Mutter fürchtete daher für ihren „SKTeinften“; 
er war 16 Jahre alt. Id verfprach aber, den Knaben zu 
IOlügen, denn ich war ziemlich ficher, daß er mit der Sache nichts 
3u tun gehabt Hatte, und fo Ließen fie ihn fhließlidh mitziehen. 
Un den oberen Dörfern gab e8 überdies Diphteritis; das war 
ein weiterer Orund, daß der Alte jeinen Sohn nicht mit mir 
gehen Iaffen wollte. Glüclidherweife it dem jungen Manne 
nichts pafjiert. 
Nachdem ih mm (nad) einer Woche) wieder eine ruhige 
Yacht gehabt hatte bei Gefhmw. Hinz, fuhr mich ein junger 
Bruder ftromabmwärts nad Zulukfak, Dort fühlte ich mid zu 
Haufe, denn Wasfa, ein früherer Schüler, fam und fchiüttelte 
mir herzlich die Hand und freute fidh über meinen Befuch. Ich 
Ichlief in feinem Zelt und fuhr dann bis Bethel auf dem 
Miijjionsboot. Nifolaus nahın ein Foß Stämme den Strom 
hinab, und id half ihın als Gegenleiftung für feine Führung. 
ES gab noch mandhes zu überwinden, ehe wir Bethel erreidten, 
denn die jtarfe Strömung trieb uns, wohin fie wollte, wenn
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.