Full text: (6. Jahrgang)

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würde und eine Hungersnot nach fi zöge. Aber diefe trodnen 
Lage werden zu allerlei Hreuden ausgenußt; da laufen unfere 
Kinder in die Reisfelder, um ich Krebfe zu fangen; denn der 
Sluß war über die Ufer getreten und hatte alles unter Wafjer 
gefeßt; oder Jie Juchen im Walde Vilze, die ihnen als Semüfle zum 
Reis herrlidh munden. Am ichönften i{t’8 aber, wenn fie auf 
rem überfchwemmten Sofplak in ausgehöhlten Baumftämmen, 
die dort als Bote dienen, herumrudern können. Das find die 
Regenzeitfreuden. Nicht wahr, da habt ihr e& doch beffer und 
fönnt’8 begreifen, wenn unjere Braunen mit viel Sehniucht der 
falten Zeit und dem lieblichiten aller Teite, dem Chriftfeit, ent- 
gegenichauen und das ganze Yahr davon reden? 
Shr Zild ift nicht fo rei gedeckt al8 der eure, 0 nein, die 
Heinen Braunen freuen fi über die geringfte Gabe, und weil 
Id) weiß, daß ihr diefe fernen Sottesfinder lieb habt und ihnen 
gerne eine Yreude machen mürbdet, wenn ihr num recht wüßtet, 
die und durch was, fo möchte id eudh raten und helfen. 
Der Weg nach Indien ift weit, und die Beförderung oft 10 
lanyjam; darum werden bie Weihnachtskiften in Brekflum {hon 
Im Suli gebadt, und nicht wahr, da wird’8 Reit, wenn ich Rat- 
Idläge erteilen mil? 
Daß die Leute drüben im HIungelland aus Blättertellern 
eflen, wigt ihr, aber viel Lieber ift ihnen do ein emaillierter 
Zeller, und bildet auf dem Weihnachtstijd da3Z Viebite Ge- 
IGent. Wenn darin dann ein StüddhHen Seife, ein 
Heiner & am m oder eine S Here liegt, dann find unjere Mäd- 
Den mit der Weihnacdht$gabe vollfommen zufrieden. Die Meineren 
Mädchen freuen fi natürlid mehr zu einem BüpphHen, 
Einem Ball oder gar einer toten Berlenkette. Die Nei- 
ung der Knaben jteht mehr auf Mundharmonikas, 
Marmel, Bleijtifte, Meffer und folde Dinge. Auch 
Bilder erfreuen jehr und werden al8 Lefezeihen für Bibel und 
Katechismus benußt. Die Lehrer werden gewöhnlich mit Notiz. 
büdern, yeberfälten und Scorteib-Utenfilien 
berjehen, und ihren Frauen, die ihren Kindern gerne etwas nähen 
Möchten, ift. wohl am meiften mit Näh-Utenfilien ge 
dient; eine Heine Zafdhe oder ein Beutel mit Fingerhut, 
Bbvirn und einigen Nadeln macht ihnen viel Freude. 
Und nun wißt ihr ihon genug und habt fehr viel Auswahl! 
Alfo, wenn e8 einmal ein gar trüber Xag ift, und ihr Langeweile 
Baht, dann gedenft diejer armen Kinder, und wer nähen kann, 
der nähe für fie einen Ball, einen Beutel oder ein Taiche, wer
	        
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