Full text: (6. Jahrgang)

Br. 4. 
Sechster Jahrgang. April 1906, 
A ° ° 
Der Migstonshevold, 
ein monatlich erscheinendes Missionsblatt für jung uud alt. 
Inhalt: Heidenelend. — Sin Kranfenlager. — Die Gefchichte von Swema, 
einem befreiten Stlaven (mit Bild). — Benares (mit Bildern), — 
Ronferenz in RKorayut (mit Bild). — Briefkalten. 
Heidenelend, 
(Bon Milfionar Schulze in Salur.) 
1) Gin Krüppel. 
Dort itcht cin Haus, gederft mit Stroh, die Wände von Ge: 
bijch und hier und da mit etwas Lehm bemorfen. Bor dent Haus 
Üt jchreclicdher Schlamm, und unangenehme Dünite jteigen aus den 
qrünliden Rfüßen empor. Ein Knabe jikt vor dem Haus, einen 
diden Holzftab in beiden Händen und ftampft den Neis für das 
Abendejien. Die Körner fliegen, der Stampfer geht auf 110 
nieder und ftößt die Hülfen herunter; da plößlich ein furchtbarer 
Schrei, der Stampfer entfällt den Händen des Knaben, der feine 
Veine Irampfhaft im Schmerz an ficdh zieht. Der Sianıpfer hatte 
(har eine Zehe zeritoßen und breit aequetfeht. . 
Schnell waren gelchrie Merzte, befonders MNerztinnen zur 
Hand, die Jofort alten Staub und Aicdhe auf das mieifende Blut 
Urenten, um Ddasielbe zu {tillen. Dann ivurde die Zehe anit Lehm 
dit verflcht, daß keine Wunde mehr zu tchen mar. Iun follte der 
Knabe doch zufrieden fein. Doch das Jammern hörte nicht auf. 
Iın nächiten Morgen ftieg der Schmerz immer mchr, hier und da 
Kicerte Siter und Blut durch den Klebitoff Hindurch, doch fhnell 
verklehten die gelechrten Nerzte jeden Spalt. Der Schmerz wurde 
immer heftiger und die Gefchwulit nahın zu. Ein unangenchmer 
Seruch verbreitete fi bald durch die eintretende Fäulnis. Im- 
ner mehr Sdhmuß wurde auf die Wunde getan, um zuzukfleben, 
aber c8 idhiecn, als wollte die Wunde gerade dieje „Herrliche“ Mes 
dizin nicht annehmen. Kein Schlaf kam mehr in die Augen des 
KRnaben, Sammern und Wimmern KHana leife aus dem Häuschen
	        
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