Full text: (6. Jahrgang)

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Fang nur erst einmal an! 
Non uniernı + Raftor Dittmer. 
In jener Zeit, als die erften Funken der Liebe zu den Heiden 
in der evangelijcdhen Chrijtenheit zu -zunden anfingen, hörten ein: 
mal zwei fleine Mädchen auf dem Lande ihren Baltor von den 
$tindern in der Heidenwelt erzählen, wie die ohne Gott aufwachfen 
müßien, und wie niemand die verirrten Schäflein zu Iejur, Dem 
aquten Hirten, hinführe. AZulebt fagte er noch: AIle, die 
ihr den guten Hirten fennt, müßt endlid 
einmal anfangen, dafür zu forgen, daßBaud 
die Heidenkfinder iIn FEennen lernen. 
Das haben fih die beiden Mädchen genrerkt. Al8 fie nad) 
Haufe gingen, haben fie zu einander gejagt: „Wir müflfen 
aucdh einmal anfangen!“ Sie waren aber arın und fonn- 
ten nichts geben, deshalb waren fie in aqroßer Verlegenheit. Sie 
haben Jich aber immer mieder gelaat: „Fang nur einmal 
a n Yu 
Endlich hat ihnen der, welder „Wunder von Rat“ heißt, 
einen guten Kat ins Herz gegeben. Es war gerade Srntezeit. 
Da find fie denn in den freien Stunden auf die Stoppelfelder ge- 
gangen und haben Achren aufgelefen und fich fleißig geblickt, ob der 
KRücken aud) ein wenig zu Ihmerzen anfing. 
ls fie ihren Sad voll [hüner Aehren hatten, find fie zu 
einem ihnen befannten Qandmann gegangen und haben ihn etwas 
ichlichtern gebeten: „Wollen Cie ung diefe Nehren nicht abkaufen ?“ 
Der fragt fie chwas verwundert: „Was wollt ihr denn mit dem. 
Seclde?“ 
lug$ haben fie ihm alles erzählt, und dak fie das Geld 
Für die Heidenkinder brauchen wollten, denn der Baitor habe ae 
jagt: „Sangt nur einmal an!“ 
Da haben fie denn 35 BFf., und die eine fogar 45 Kf. erhalten, 
— benn jie war einige Jahre älter und hatte mehr gefammelt, — 
die haben fie jpornitreihs und überalücligh zu ihrem Baftor 
gebracht. 
Der Kandınann aber hat zu feiner Frau gefagt: „Mutter, 
weißt du was, Da habe ih mich Heute doch vor zwei Meinen Müd- 
chen geidhämt. Die haben c8 fidh [tundenlang fauer werden Iaffen, 
um einen-Sack mit WHehren zu fammeln, damit fie auch etwas für 
die Million geben fönnten, und wir Haben bisher nod} nichts für 
die armen Heiden getan. Ja, e$8 it nadgerade Zeit, 
daß mir aud anfangen.“ 
Die Frau aber hat’$ nicht bei lich behalten können, mas der
	        
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