Full text: (5. Jahrgang)

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3ohn William3, „der Apoftel der Südfee“, wurde 1796 in der 
Nähe von London geboren. Von feiner frommen Mutter lernte er frühe 
beten; fie Hätte gern gefehen, wenn er Bajtor geworden märe. Wber der 
Bater Hatte ihn für den Kaufmannsitand beftimmt und gab ihn bei einem 
Sijfenwaren-Fabrifanten in die Lehre, Williams mar aber Vieber in der 
Werfkitatt als im Laden und am SchreibtijdH und benußte alle freien 
Stunden, um ein tüchtiger Schloffer zu werden. Sein Lehrherr war ein 
gläubiger Cbhrijt und feine Frau ihm gleidhgefinnt. Der junge Williams 
aber, obwohl ein ehrbarer und Kebenswürdiger YJüngling, begann die 
Straße des verlorenen Sohnes zu wandeln: er verachtete Gottes Wort und 
den Lag des Herrn, Hörte auf zu beten, fpottete über göttlige Dinge und 
jagte mit weltlid gefinnten Freunden finnliden Genüffen nach. So wollte 
er au) an einem Sonntagabend des Yahres 1814 ins Wirtshaus gehen. 
Da begegnete ihın die Frau feines Lehrherrn auf ihrem Wege zum Abends 
gotte@bienft, fragte ihn, mohin er wolle, und bat freundlich, anfiatt ins 
Wirtshaus doch lieber einmal ins Gotteshaus zu gehen. Williams Hätte 
lich Heber an den Spiel- und Trinktifch gefeßt; aber fchamerfüllt folgte er der 
rau nach. 
„Da fhlug Gottes Stunde für ihn. Er Hörte eine gewaltige Predigt 
über Matth. 16, 26: „Was Hülfe e& den Menfchen, {jo er die ganze Welt 
geiSnne und nähme doch Schaden an feiner Seele? Oder was8 kann der 
Menfcdh geben, damit er feine Seele wieder Iöfe?“ Diefe Predigt ging ihm 
durchs Gerz und machte für immer einen Jünger und Diener Sefu Chrifti 
aus ihm. SZebt fuchte er die @Gemeinfchaft gläubiger Chrijten und half gern 
in der Sonntagsichule. 
Sta ein Jahr fpäter Hörte er in einer Miffionsverjammlung don den 
Siegen des Evangeliums in der Südfee. Nachdem er monatelang die Sache 
im Gebet vor Sott ermagen Hatte, meldete er fih 1816 bei der Londoner 
Miftkionsgejelichaft, w$urde angenommen und noch in demfelben Kahre in 
bie Sübfee gefandt, wo er ein auserwähltes Rüftzenug Gottes geworden it, 
indem er weithin auf den Infeln das Kreuz aufgepfanzt hat, bis er 1889 
nach 22jähriger Tätigkeit auf EGrromanga den Märtyrertod erlitt. . 
Der Herr Iefu8 fendet Heutzutage nicht unmittelbar feine 
Boten aus, jondern mittelbar durch freie Vereinigungen 
jolcdher Chrijten, denen es nit der Ausführung des Mijfionsbefehls 
wirflich ernit it. Soldhe Bereinigungen nennt man M i jfion8- 
gejellfdhaften. Dieje bilden die Mijfionare aus, weifen ihnen 
in der Heidenwelt ein Arbeitsfeld an, forgen für den Unterhalt 
der Millionare und Jammeln Geld für die ganze Mifjfionsarbeit, 
Aus den 3 Mijfionsgefellidhaften, die e8 1792 gab, find jeßt 
300 gemorbden. Unter den 25 deuten Miffionsgefellfjhaften find 
die älteften: | 
i. die Brübergemeinde, feit 1732; 
2. die Bafeler, feit 1815; 
3. die Berliner (I) feit 1823; 
4. die Barmer (Rheinijche) jeit 1828; 
5. die Bremer (Norddeutiche), feit 1836; 
6. die Berliner II (Goßnerjche) feit 1836;
	        
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