Full text: (4. Jahrgang)

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abgeraten, bis die fajft allgemeine 
Kriegsbegeifterung in Japan ihn 
zum Schweigen zwang. 
Kanfos Großvater mütter: 
lidjerfeit8 ftand unter feinen 
Landsleuten wie „ein weißer 
Rabe“ da, denn er war ein 
grundehrlidher Mann mitten unter 
einem Volfe, mo fonft die Selbft- 
fudt unumfdhränkte Herrihaft 
führt; au trank er feine be: 
raufchenden Getränke. Cinmal 
erhielt er den Auftrag, Regierungs: 
gelder gegen Wucherzinjen aus: 
zuleihen; feine Vorgejekgten wollten 
dann die Hohen BZinjen in ihre 
eigene Tajche fteden. Das ging 
im gegen {fein Gewifjfen. Um 
nicht ungehorfjam gegen feine Vor: 
gejeßten zu fein — das gilt in 
Japan wie in China als eine 
der [Hlimmften Sünden — fo 
nahm er das Geld und hob es 
to lange auf, bis es zurücdgezahlt 
werden mußte; dann zahlte er 
den Wucherzins aus feiner eigenen 
Talche. 
Shr feht, au unter folgen 
verfommenen, felbftjüchtigen Hei: 
den gibt e8 doch noch einzelne, 
denen Gott fein Gebot ins Herz 
gerieben Hat, Leute, die die 
Wahrheit Lieb Haben. IH glaube, 
an {jclde Heiden Hat Yefus3 ge: 
dadt, als er fprad: „Ich Habe 
noch andere Schafe, die find nicht 
aus Ddiejem Stalle“ Joh. 10, 16. 
Die Tochter die[es edlen Heiden, 
Kanjos Mutter, war eine emfige 
rau, die über ihrer Arbeit die 
Schmerzen und Leiden des Lebens 
vergaß. Ihr Heim war ihr 
Königreich; das hielt fie rein und 
jauber und verforgte die IYhrigen 
mit‘ Spei3 und Trank, wie e8 
feine Königin bejer tun Könnte. 
3, Kanfos Eifriger Gößendienft. 
Kanjo war ein frommerler ftet3 den Göttern. Cr glaubte 
hHeidnijdher Knabe. Seine EChr- eHrlidH, daß in jedem der un: 
furdgt vor den Göäßgen Hatte zühligen Tempel ein Gott wohne, 
er weder von den Eltern noch der jein Madhtbereidh eiferfüchtig 
von den Großeltern geerbt. Sein Hüte und jeden Uebertreter ftrafe. 
Vater behandelte die Ghgen fogar Am meiften verehrte er den 
mit Spott und Verachtung. Cin: Gott der WifjfjenfchHaft; den 
mal warf er ein faljdhes Geld- 25. Tag jeden Monats weihte er 
itüc in die Sammelbüchfe, die in ihm mit Opfer und Anbetung. 
einem Buddhijtijdhen Tempel auf: Dann warf er fidH vor dem Bilde 
geftellt war und verfprad) dann des Gottes nieder und bat ihn 
Höhnijd den Gögen noch eine inbrünftig um Hülfe, damit feine 
jolde Münze, wenn fie ihm in HandfHrift beffer und fein Ge: 
einem Prozeß, den er eben führte, daächtni8 ftärfer würde. 
Hülfen. So etwas Hütte Kanfo Weiter verehrte er den Gott 
niemals getan. des NReisbaues, deffen Diener 
Mit Heiliger Scheu hegenqnete weiße Füchte Jein jollen. Man bittet
	        
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