Full text: (4. Jahrgang)

Yeberwindung eines 
beidniicbhen Zauberers. 
“fionar Kiefel in Sing: 
hum (Nordindien) er- 
3ählt folgende Zauber: 
gefchichte: Cinft wurde von den 
Heiden ein Mädcdhen angeklagt, 
weil e8 eine mejfingne Schüfjel 
geftohlen Haben follte. Ein Zau- 
berer wurde geholt, um durch 
feine Bejhwörungen zu ermitteln, 
ob das Möädden wirklidH die 
Diebin jet. In der Tat gelang e3 
ihm, die angeblide Schuld des 
MäddHens durch feine Zauber: 
Formeln feftzuftellen. Da wäre 
eS5 nun dem armen MäddhHen gar 
übel ergangen, wenn nicht gerade 
der Katecdhet Chriftianand des 
Weges gelommen wäre. Cr er: 
fundigte fich, was für eine Sache 
verhandelt mürde, und .al3 man 
es ihm gejagt, fragte er den 
heidnijchen Saukler: 
„Woher weißt du, daß diejes 
Mädchen da83 melfingne Gefäß 
gefitohlen hat?“ 
„DaS weiß id durch meine 
Zauberei,“ Iautete die Antwort. 
Chriftianand entgegnete ruhig: 
„Du bift fein wahrer Zauberer“, 
und als ter Zauberer wütend 
aufiprang, fuhr er gelaffen fort: 
„39 win dir glauben, daß du 
ein Zauberer bift, wenn dır mir 
die Frage beantworten Kannft: 
„In mie vielen Tagen hat Gott die 
Welt gejhaffen. Und was Hat 
er am erjten, zweiten, Dritten 
Tage ufw. gemacht?“ 
Der Zauberer legte bedächtig 
den Finger an die Naje und fing 
an nachzudenken. Sagte er: In 
jeh3 Tagen ulm, dann hätte 
iym Chriftianand geantwortet: 
Du Haft geantwortet, wie e8 in 
der Heiligen Schrift fteht. So 
folge denn der Heiligen Schrift 
und gib das Zaubern auf! Hätte 
er eine bon der Schrift abweichende 
Antwort gegeben, jo Hätte Chrifti- 
anand gefragt: Woher weißt du 
das? Jedenfalls wußte der Zau: 
berer feine Antwort und hielt es 
für ratjamer, feine Zauberfachen 
zu nehmen und davonzulanfen. 
So murde das unfdhuldige 
Mädchen gerettet und den Heiden 
ein Stachel in3 Herz De 
P. 8. 
& 
Sum Nachdenken. 
In der Welt ift’8 dunkel, | Du in deiner Cde, 
Leuchten müffen wir; Sch in meiner bier. 
ee 
FRE
	        
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