Full text: (4. Jahrgang)

Br, 4. 
Pierker Tahrgang. . April 1904, 
Mer kleine INissionzherold. 
Ericheint monatlich. 
Ynhalt: Gin SGögentempel in Kotapad. — Bon allem Wunderbaren das 
Wunderbarfte. — Da8Z Sonntagspferd. — Euer Urteil. — Unter 
unferen „Äärmfiten“ Brüdern. — Srlöft von der Furcht vor einem 
Setifch. — Ofterhoifnung. — Brieffalten. 
Ein Gögentempel in Kotapad. 
(Bon Mil. C. Wohlenbera.) 
f IC) Ver Sivatempel, den du, 
X) lieber‘ Vejer, auf dem 
SZ Bilde fiehlt, liegt etwa 
1 km von den Feftungswälen 
Kotapads und ebenfoweit von 
nfern Miffionshäufjern entfernt; 
er hat eine romantijdhe Lage im 
laufchigen MangohHain auf dem 
hohen Ufer der Doimoti, einem 
alten Flußbett des Indravadi. 
Gin fharfes Huge wird rechts 
dinter der verfallenen Lehmmaner, 
die den Tempelplag umgibt, einen 
Streifen der blanken Walferfläche 
\Dimmern jehen. 
* Bor etwa 15 Kahren wurde 
diefer Tempel durch den damaligen 
Nigabhan, den höchften Königs: 
Beamten hierfelbit, gebaut; offenbar 
var e8 die Abficht des Crbauers, 
durch diejes „Heilige“ Werk feine 
Dielen Schandtaten und Erprei: 
lungen zu fühnen. 
Vom fünftleri{hen Standpunkt 
aus betrachtet, verdient das Werk 
Nicht gerade uniere Bewunderung: 
das vom Sturm zerzaufte Stroh: 
dach, das während der Regenzeit 
1903 endlidh neu gededt ift, die 
jehr einfache, aus drei unbehauenen 
Feldfteinen beftehende Steintreppe, 
jowie die ungepußten BZiegeliteine 
icheinen eines Gottes unmwürdig 
zu fein! Doch bietet ein {oldher 
unvolftändig abge dloffener Tem: 
pelbau für indijde Verhältniffe 
nicht3 Auffallendes; in Nowran: 
gapur würden wir einen noch 
größeren Tempel in Ddemjelben 
Buftand bewundern fönnen, und 
in Koraput ift der einzige Tempel 
des Ortes überhaupt nur bis zum 
Mauerbau gediehen; id) weiß nicht, 
ob diefe ungededten Mauern die 
diesjährige Regenzeit überftanden 
haben. Großartige Tempelgebäude, 
Beugen der alten indijhen Bau- 
funft, mie die zu Benares, Madura 
u. f. w., eriftieren überhaupt in 
unjerm Jeypurlande nicht; auch 
die größten Tempel des Landes 
in den Königsftähten Nandapur,
	        
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