Full text: (4. Jahrgang)

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machten wir einmal einen Aus: 
Aug nad) Sitanagram, wo 
ih nad) dem Ban der Außen: 
[tation jehen {olte. Da der Weg 
etipa fo weit ift wie von Breklum 
nach Hulum, oder etwas mehr, 
[9 wurden die Kleinften zu Haufe 
gelafien und mit einer reichlichen 
Spende von Mangofrüchten ge: 
tröftet. Cinige unjerer Lehrer 
IOloffen fih uns gerne an. Sp 
vücten wir, 18 an der Zahl, beı 
Sonnenaufgang aus . und mar: 
jchierten vergnüglih dem Biel 
entgegen. 
C3 wurde viel gejungen, ein: 
(timmig und Ddreiftimmig. Ver: 
mundert blieben die Leute ftehen; 
jo etwas hatte man noch nie ge: 
jeben und gehört. Unter jchal- 
lendem Gejang zogen wir in 
Sitanagram ein. Ma3 Beine 
Hatte, lief zufjammen. Ich hatte 
als erftes Fejtgericht 100 Mango: 
Früchte bringen Iajfjen. € war 
ein Vergnügen, die muntere Schar 
am Boden fikend, den Berg ver: 
legen zu fehen. Cin weitere3 
Hundert folgte und ver] dwand 
init Cile. Dana) Kam die 
Morgenandacht mit fröhlichem 
Sejang: „Nun jauchzt dem Herrn 
alle Welt“, und dem 116. Rjalm; 
dicht gedrängt Iaufchte die Menge. 
Nun Binunter zum Fuß! 
Bald Iag alles, mit Ausnahme 
der Herren Lehrer, im Waffer. 
Badekojtüme au3z dem Stegreif 
Herzuftelen, hält in unferer Zone 
nicht [Hıwer. Wie eS {prudelte, 
vie die braunen Körper in der 
Sonne gligerten, al3 ob fie blanf 
boliert. wären! Allerlei Wett: 
{piele mit fleinen Breijen wurden 
zum größten SGaudium der Be: 
teiligten und der Zufhauer aus: 
geführt. Inzwijden hatten Baul 
und Katnam, die in Sitanagram 
angeftelten Gehülfen, die Mahl: 
zeit fertig gemacht. Ein ganzer 
Berg Reis Iag auf einer Matte 
— denn wo Hätte, man eine fo 
große Schüffel hernehmen fjoNen! 
Ueber dem Feuer brodelte Fräftig 
duftender Hühnerkurry (Pfeffer: 
fauce mit etmas Hühnerfleifch dar: 
in). Bald jaß man in Neih und 
Glied; jeder Hatte feinen Blätter: 
teller vor fi, und nach dem Dantk: 
gebet ging e8 ans Schmaufen, 
dem Höhepunkt des Ganzen. Das 
mar freilich etwas ganz anderes, 
al8 der in der Unftalt übliche 
Mittagst{dholam. Den Waj Hungen, 
die nach dem Eifen üblich find, 
jehen wir [Lieber nicht zu; fie 
find gründligH und unzeremoniel. 
Cine Viertelitunde fpäter Iag alles, 
mas Augen Hatte, in Jüßem 
Schlummer auf der Matte. Am 
Himmel ftanden verfhiedene Ge: 
witter. Während ih meine Sachen 
beforgte, befahen unfere Gäfte das 
Dorf, namentlich den großartigen 
Örangengarten des Maharajahs 
von Bobbili, denn ihm gehört 
Sitanagram. Die Gewitter droh: 
ten, einige Tropfen fielen; aber 
dabei blieb es. Wir rüfteten zum 
Heimweg. Feierlich dankten wir 
Paul und Ratnam für die große 
Siebe, - mit der fie alles getan, 
ihre - Gäfte gut zu bewirten, 
jangen ihnen zu Chren ein
	        
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