Full text: (2. Jahrgang)

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jie: „Ich werde dir bald nod) 
viel mehr Branntwein bringen!“ 
Darauf erhob fie die Hände bis 
zur Stirn und verneigte fich zum 
Xbidhied vor dem geliebten Holz: 
flog. Wie traurig! 
Aber wie erfreulich, daß doch 
ion viele den Dienit der toten 
Gögen verlalfen haben und ficH, 
wie Br. Sell’8 Bferdeknecht, nicht 
genug über die THorheit foldhen 
Gögendienfte3 verwundern fönnen; 
ja mehr, wie erfreulich, daß fie 
den Iebendigen Heiland Haben 
fennen und Lieben.gelernt; foldher 
Qeute giebt eS jekt [Hon gegen 
3000 in einem Lande, in dem vor 
20 Sahren noch fein einziger 
Chrijt Lebte. 
Ein „neuer Gott“; die alte Not. 
Wie find doch die 
Leute fo arm, die Den 
febendigen Heiland nicht 
fennen! Mohl Haben fie 
Götter, aber daS find 
nur tote Gögen, die 
ihnen nichts nlıgen. Hör: 
ein DBeifpiel aus der 
neueften Zeit! 
Unjer Mijjionar von 
Frieling wurde eines 
Tage8 in YJeypur gefragt: 
„Willie Du nicht einmal 
unjern neuen Önott jehen?”“ Ei 
folgte der Aufforderung. 
Nach einer Weile blieben die 
Leute ftehen. Der MNijfionar dachte: 
„Hier wird ja wohl ihr neuer 
Göge fein.“ Cr jah {ich nad) 
allen Seiten um — von einen 
Gögen Konnte er aber keine Spur 
entdeden. Endlidh fragte er: 
„Wo ift denn Euer Sott?“ 
„Da, da ifter ja,“ erwiderten 
die Leute, die ehrfurdhtsvoll von 
jerne itchen geblieben waren. 
„A—a—ach,“ entgegnete der 
IMiijtonar ganz enttäuicht;, „das 
toll Euer Gott jein? Das ift ja 
eine alte, verroftete — — — 
Kanone! Daß Ihr armen Leute 
die anbetet, Hätte ih doch nicht 
gedacht!“ , 
Um ihnen die Ohnmacht des 
Göoben zu zeigen, nahın der Mij- 
ıtonar feinen Handitock und ftocherte 
an dem Rohre der alten Kanone 
herum. Boll Entjegen wichen die 
Qeute.mit den Zeichen der grüßfen 
MAngft zurüc; fie fürchteten, es 
fönnte ein aroßc3 Unglück geben, 
denn der Göge werde fich doch 
nicht jolche Geringichägung von 
dem Mijjionar gefallen Iajjen. 
Das find die Götter der Heiden! 
Ohnmüchtige Gebilde aus Men] chen: 
Hand! Was Können ihnen die 
helfen! Wic reich und gfücklich 
dagegen ift der, der einen all: 
mächtigen Heiland hat, dent alle 
Gewalt gegeben. ift im Himmel 
und auf Erden, und der die 
Seinen von ganzen Herzen liebt. 
Laßt uns fleißig beten und freu- 
Lich helfen, daß cr auch den armen 
Heiden bekannt werde!
	        
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