Full text: (2. Jahrgang)

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Wir fegen ung wohl einmal hin, 
und dann Hole ih aus der Tafche 
für jeden ein Stüf Zucker heraus. 
Daz giebt den braunen Bürfhhen 
neuen Lebenzmut. Gut drei 
Stunden find wir zufammen ge: 
wandert, — da liegt das hohe 
Gebirge vor uns. E8 ift dunkle 
Nacht gemorden. 
Sebt fürchten mir uns aber, 
noch zwei Stunden bergauf und 
durch den Wald zu gehen, denn 
die Leoparden, Bären und noch 
andere. böfe Gefellen haben hier 
ihr. freie Wanderrecht für die 
Nacht noch durchgefeßt. Schon 
früher haben wir uns deshalb hier 
unten ein Wirtshaus ausgewählt, 
63 Iicgt nämlich hier eine große, 
ebene FelESplatte, die ift unfer 
Bett, der Sternhimmel unfer Dach; 
Bäume und Sträucher fhmücken 
unjer großes Zimmer vollauf; 
immer bleibt die Luft Hier frifch 
und rein. Der Wächter ft der 
Liebe Sott.. 
Beim Schein einer einen 
Laterne halten wir unjere Nbend: 
andacht und Inieen auf dem Stein 
zum Gebet, dann legen wir un 
alle neben einander nieder. So 
weich mie auf Federn ift eS gerade 
nicht, doch hat e8 den Vorteil, 
daß man auch ohne Maturgefchichte 
genau meiß, mo die Hüftinochen 
figen. 
Bor Sonnenaufgang wird 
aufgeftanden. Nach der Morgen: 
andacht beginnt der Aufitieg 
Recht3Z und ‚link umgiebt uns 
dichter Wald. E83 ij ein fteinreicher 
Weg und achtet deshalb mein 
Schuhzeug für nicht8; ein Paar 
Schuhe muß ich ftet3 drvuben laffen. 
Obgleich noch Eühl und frifch, bes 
ginnt doch bald der Schweiß zu 
fließen, fodaß wir hier recht billig 
zu den berühmten und fo wohlthHuen: 
den Schwigbädern kommen. Lauter 
Vorteile, die ihr, liebe Kinder, 
daheim mit vielem SGelde bezahlen 
müßt, Bier hat man foldhe Koft- 
barfeiten alle umfjonjt. Ctmwa eine 
Stunde find wir gefticgen, eS mögen 
gegen 1500 Fuß fein; ein Berg: 
rücken ift erreicht. Große Bäume 
und darunter mächtige Steine laden 
zum AWusruhen ein. Hier beginnt 
unfer eigenes Land. 
Wie .fchön geht e8 fihH nun 
auf eigenem Grund und Boden! 
NocH eine Stunde geht eS bergauf 
über Stoff und Stein und auch 
über ebene Felder, bis. wir den 
„Jordan“ überfchreiten gerade da, 
wo bder „SKabbokf“ bhineinfließt, 
Hier Kieat unfere Bergftation Puiel, 
zwei Meilen füdlihH von Salur. 
Sin fchöner, ebener Weg — auf 
beiden Seiten desfelben junge Sago: 
und Kokospalmen, daneben Apfel: 
finenbäumdhen — führt hin bis 
zum Kaufe, das allerdings noch 
nicht wie ein Kföniglihes Schloß 
ausfieht. hr würdet cS gewiß 
nur eine große Strohhütte nennen. 
Smmerhin freuen mir uns fehr, 
daß wir foweit gefommen find, 
denn noch vor 4 Yahren war hier 
dichter Urmald, in welchem Leo: 
parden, Bären und WildfhHweine 
Hauften. Auch jeßt noch freffen 
un3 diejfe Tiere viele Kälber und 
Rühe weg, ja mir Haben fie meine
	        
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