Full text: (Neueste Folge, Band 14 = 1840, No 9-No 16)

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IV. Gynäkologie und Pädiairik. 
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den erfolgten noch 6 Stuhlausleerungen. Am 16. und 17. 
zeigten sich auch keine Schweisse mehr, die Stuhlausleerun 
gen aber dauerten, zwar weniger häufig, noch fort, wobei 
der Unterleib immer mehr zusammenfiel , der Appetit zunahm 
und das Allgemeinbefinden sich besserte. Die Anfangs be 
standene ödemalöse Anschwellung um die Knöchel hatte sich 
verloren. V. verorduete Decoct. Chinctö. Bei fortgesetzter 
Anwendung der China und nahrhafter Diät verloren sich nach 
und nach alle Zufälle und Pat. nahm so an Kräften zu, dass 
sie Ende Septembers geheilt entlassen werden konnte. Der 
Puls hatte noch längere Zeit 120 Schläge. Die Menstruation 
stellte sich erst 9 Monate nach der Niederkunft wieder ein. 
— Was der Verf. über die frühem Gesundheitsverhältnisse 
der Kranken, so wie über die ätiologischen Momente der 
fraglichen Krankheit erfahren konnte, ist nur weniges und 
dies konnte er nur stückweise und nach und nach von der 
Kranken ausforschen, datier er es auch jetzt erst der Krank 
heitserzählung nachfolgen lässt. Vor dieser Niederkunft hatte 
die Frau drei Mal ohne besondere Zufälle geboren und ein 
Mal mit bedeutender Hämorrhagie abortirt. Zwischendurch 
war sie, wenn gleich schwächlich, doch im Ganzen gesund 
und regelmässig menstruirt. 5 Wochen vor dieser Nieder 
kunft bekam sie durch Erkältung bei der Wäsche reissende 
Schmerzen in beiden Armen, die von der inuern Seite der 
obern Extremitäten hinzogen, wie Pat. sagte, bis auf das 
Herz kamen und Engbrüstigkeit verursachten. Diese Zufälle, 
die sie für Krämpfe hielt, wurden damals von einem andern 
Arzte erst mit Valeriana, Naphtha etc., dann aber mit Ader 
lass am rechten Arme, doch erfolglos behandelt. Zu gleicher 
Zeit bildete sich eine schmerzhafte längliche Geschwulst an 
der linken Seite des Halses. Diese Beschwerden währten ab- 
und zunehmend bis zur Niederkunft fort. Am ersteu Tage 
des Wochenbetts fixirten sich die Schmerzen im linken Arme, 
indem sie von oben nach unten von der Achselhöhle nach den 
Fingerspitzen vorwärts schritten; in demselben Verlaufe, wie 
diese Schmerzen, bildete sich die ödemalöse Anschwellung 
des Armes. Hält man diese Momente 'mit den übrigen Er 
scheinungen während der Krankheit zusammen, so lassen sich 
folgende Puncte als nicht unwichtig hervorheben: die anato 
mische Lage der Geschwulst am Halse, ihre Schmerzhaftig 
keit, die Röthe der Haut auf derselben und das nachherige 
strangförmige Obliteriren derselben sprechen dafür, dass die 
f'ena jugularis externa durch den, vermöge eines tiefer ge 
legenen Hindernisses gehemmten Rücküuss des Blutes ausge 
dehnt und sie selbst in ihren Häuten entzündet war. Ferner
	        
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