Full text: (Neueste Folge, Band 14 = 1840, No 9-No 16)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
fand sich etwas besser, es hatten sich reichlicher, allgemeiner 
Schweis» und einige breiige Stühle eingestellt, wodurch die 
Schmerzhaftigkeit des Leibes und die Brustbeklemmungen 
sich vermindert hatten. Am 1. Sept. hatte der Arm an Um 
fang, Gespanntheit und Schmerzhaftigkeit abgenommen, der 
Leib war weicher und weniger schmerzhaft, aber etwas mehr 
aufgetrieben, der Puls schwach, aber weniger frequent, (120 
Schläge). Pat. klagte zum ersten Male über Schmerzen auf 
der linken Seite des Halses und V. bemerkte an dem äussem 
Bande des linken Muse, stcrnocleidomastoid. etwa 2 Zoll 
lange, bei Berührung schmerzhafte, knotige, weiche Ge 
schwulst, so dick wie ein kleiner Finger, über welcher die 
äussere Haut etwas geröthet war; ödematöse Anschwellung 
am Halse fand sich nicht, auf der rechten Seite des Halses 
aber faustgrosse Anschwellung der Glandul. thyreoid. Am 2. 
war der Leib noch mehr aufgetrieben, V. gab daher cinigo 
Dosen Calomel mit Jalappa, bis Calomelstühle erfolgten. Am 
3. war der Leib sehr zusammengefallen, die Stühle wurden 
kothig, waren aber noch flüssig; der üble Geschmack im 
Munde war verschwunden. Am 4. nahm die Geschwulst de$ 
Arms immer mehr ab und war nicht mehr schmerzhaft; die 
Haut war warm und feucht, der Puls aber immer noch sehr 
frequent und klein. — Nachdem die Blutegelstiche geheilt 
w aren, liess V. die Salbe aus Ung. Hydrarg. einer, und 
Ol. Hyosc. zwei Mal täglich in den Arm einreiben; die Ein 
reibungen in den Unterleib aber nicht mehr forlsetzen. Am 
5. regte sich der Appetit, während der Durst sich verminderte. 
Der Leib war selbst beiin Drucke nicht mehr schmerzhaft, 
die kothigen dünnen Stühle dauerten fort, ohne dass sich Pat. 
dadurch angegriffen fühlte. Gegen Abend stellte sich Brust 
beklemmung ein, welche bis nach Mitternacht anhielt. Am 6. 
wurden die Stühle wässrig, von Leibschmerz begleitet, die 
Urinsecretion verminderte sich, die Wangen färbten sich etwas 
livid. V. verordnete Decoct. yllth. mit Tinct. Opii. Gegen 
Abend traten wieder Brustbeklemmungen ein. Am 7. hatte 
die Diarrhöe nachgelassen, der Leib war wieder etwas ge 
spannt, zwar nicht schmerzhaft, über die ganze Regio 
hypogastr. dextra aber liess sich der scharfe Band der Le 
ber durch die Bauchdecken deutlich verfolgen und bei der 
Percussion war diese Gegend schmerzhaft. Die Geschwulst 
am Halse hatte an Umfang und Schmerzhaftigkeit abgenommen. 
Da die Urinsecretion noch vermindert war, verordnete V. 
Infus. Digit. Die Percussion und Auscultation der Brust er 
gab nichts Besonderes; die Herzgeräusche waren regelmässig 
und wie die Respiration überall ausser der Herzgegend hör-
	        
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