Full text: (Neueste Folge, Band 14 = 1840, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 343 
leicht ins Gelbliche ziehender, völlig durchsichtiger Serosität 
stark ausgedehnt; das Herz klein, oberflächlich leicht gerun- 
zeit, in seinem serösen Ueberznge milchig getrübt; die Mus- 
keisubstanz desselben war völlig entfärbt, übrigens von nor 
malem Durchmesser und normaler Derbheit, die Höhlen leer. 
•— In der Bauchhöhle waren gegen 2J- Maass schmutziger, 
graugelber, trüber, widerlich süsslich riechender Flüssigkeit 
««gesammelt, aus welcher sich in den tief gelegenen Theilea 
der Beckenhöhle eine 2 Querfinger hohe Schicht schleiinähn- 
lichen, schmierigen Eiters niedergeschlagen hatte. Der Peri- 
tonealüberzug der Baud)Wandungen war normal, der der dün 
nen Gedärme war gerölhet, die Röthe schmutzig, ins Bräun 
liche ziehend, fleckig aufgetragen, war intensiver in der Nähe 
des Coecums, als in dem höheren Theile des Ileums und ver 
lor sich alhnäblig gegen die zweite Hälfte des Jejunums. 
Nirgends fand sich pseudomembranöse Ausschwitzung und da 
durch bedingte Verklebung der Darmschlingeti unter einander, 
ausser an einer Stelle, wo sielt die Verwachsung aus frühe 
rer Zeit herzuschreiben schien. Die Leber war gross, schie- 
ferfarben, äusserlich mit sechs verschieden grossen, ober 
flächlich ungleichen, stellenweise gelblich durchschimmernden, 
mehr oder weniger deutlich fluctuirenden Geschwülsten be 
zeichnet. Die grösste dieser Geschwülste nahm die convexe 
fläche des grossen Leberlappens ein, war etwa 4y — 5 
Zoll lang, 3 Zoll breit und kuglig und 5 — 6 Linien über 
das Niveau der benachbarten Theile erhaben; die zweite, 
mehr als wallnussgrosse Geschwulst sass auf der convexen 
Fläche des kleinen Leberlappens gegen den scharfen Rand 
desselben hin; die dritte beiläufig in der Mitte der concaven 
P'äcbe dieses Lappens; die vierte nahm den Spiegelsclien 
Lappen im grössten, die fünfte den viereckigen Lappen im 
grösseren Theile seiner Ausdehnung ein; die sechste, fast 
pflaumengrosse Geschwulst war an der concaven Fläche des 
grossen Leberlappens unmittelbar über der mit ihr verwach 
senen Niere gelagert. Alle Geschwülste sanken beim Einste 
ehen unter Abfluss von dünnflüssigem, graugelbem Eiter so 
gleich mehr oder weniger merklich zusammen, und zeigten 
smh nach Entfernung eines zähen, ihren Wandungen adhä- 
Drenden, der Absonderung der Nasenschleimhaut im zweiten 
Stadium der Coryza ähnlichen Secrets aus sehr vielen grösse- 
fen und kleineren, uuter sich communicirenden, hohlen Räu 
men gebildet, welche, wie sich später ergab, in ui.mittelba- 
rer Verbindung mit den Verzweigungen der Vena nortae 
standen. Selbst kleinere, in der Tiefe des Leberparenchyms 
gelagerte, Stecknadelkopf- bis erbsengrosse, graugelbe Ge-
	        
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