Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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sclnverden vermehrt würden, weshalb ich das Mittel auch 
aussetzte und zur Erleichterung des Kranken Expectorantia 
(sulphur aurat. antimonii mit syrupus senegae oder oxymel 
scilliticum, — die sacra ancora der Phthisiker) reichte. 
Anders verhält sich das Mittel bei Schleimschwindsuchten der 
Lungen (phthisis pituitosa), so wie überhaupt bei chroni 
schen Blenorrhöen der Lungenschleimhaut. Hier habe ich 
das Mittel sehr oft mit auffallendem Nutzen angewandt und 
vollständige Heilung dadurch bewirkt. Unter einer Menge 
von Fällen will ich nur drei anführen. Der erste derselben 
betraf einen Schullehrer, der fast zum Skelett abgezehrt und 
unfähig, das Bett zu verlassen, seit einigen Monaten Brust 
schmerzen hatte, stark hustete, und täglich enorme Massen 
gelben, manchmal eiterig aussehenden Schleimes auswarf, 
ohne dadurch Erleichterung zu linden. Ich gab ihm ein de- 
coctum senegae et althaeac cum elixirio ammoniuto-opiato, 
jedoch ohne allen Nutzen. Als ich aber ein decoctum sene 
gae et althaeac (jviij.) mit gr. iij. saccharum saturni gege 
ben hatte, waren alle Beschwerden so auffallend gebessert, 
dass ich mich zum Fortgebrauch dieser Mischung bestimmte. 
Als drei Portionen derselben consumirt worden waren, war 
der Kranke ganz hergestellt. Ein Gutsbesitzer laborirte seit 
acht Wochen an starker Lungenblennorrhöe mit enormem 
Husten, wogegen die Mittel eines andern Arztes (Island. 
Moos, Polygala u. s. w.) nichts fruchteten; eine Auflösung 
von gr. iij. saccharum saturni in jvj. aquae destillatae cum 
5j. syrup. opiat. hob alle Zufälle. Ein ländlicher Taglöhner, 
der in Folge der Grippe einen Zustand zuriickbehalten hatte, 
welcher vollkommen der Schleimschwindsucht der Lungen 
glich, wurde durch den vierzehntägigen Gebrauch von sacchar. 
saturni (p. d. gr. y) mit eben so viel Opium gr. x. Zucker, 
in Pulver gereicht, vollkommen hergestellt, obgleich der Aus 
wurf einen förmlich stinkenden Geruch und Geschmack hatte. 
41. E twas vom Eise als einem Heilmittel; 
von Dr. v. Basedow in Merseburg. Die innere und äussere 
Anwendung des Eises hat mehrseitige ärztliche Erfahrung be 
reits als heilsam festgestelll. Bei Hirnentzündung, Verwun 
dungen des Kopfes, profusem Nasenbluten, traumatischen 
Entzündungen und Blutungen nach Operation des Bauch- und 
Steinschnittes, nach Operationen am Recto, bei complicirten 
Fracturen und der durch Commotion und Diastrophe verur 
sachten Entzündung der Gelenke und ihrer Bänder hat sich 
äussere Anwendung des Eises heilsam erwiesen und nicht al 
lein den Vorzug grossem Kältegehaltes vor den nassen kalted 
Fomentationen, sondern auch den Vorzug der vermöglicbten
	        

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