Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

86 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
3 bi# 4 Mal erfolgenden Stuhlgänge viel reinen, consistenten 
Eiter, oder bestanden nur aus demselben. Die Stuhlgänge 
begleiteten heftige Koliken und fixer Schmerz in der Gegend 
der liuken Flexura coli, so dass daselbst io Folge eines Ab- 
6cesses Communication mit der Bauchhöhle anzunehmen war. 
2malige leichte Zunahme der Entzündung, die durch Blutegel, 
Bäder und Cataplasmen bald beseitigt wurde, störte diese 
Eiterentleerung nicht, welche bis zum 9. April fortdauerte, 
ohne die Kräfte des Pat. merklich aufzureihen. Von jetzt an 
blieben die Stuhlausleerungen normal, der Unterleib war ganz 
schmerzlos und, ausser einer härteren Stelle unter dem Nabel, 
durchaus weich. Am 20. April wurde Pat. geheilt entlassen. 
[Rust's Magaz. j. rl. ges. Heilk. Btl. 55. Hft. 2.] 
39. Peritonitis exsudativa. (Aus dem Jahres- 
bericht über das Charilekrankenhaus zu Berlin vom Jahre 1836; 
mitgetheilt von Dr. Kupp). Ein 24jähriges Dienstmädchen 
wurde seit 8 Tagen an mehreren, durch unterdrückte Men 
struation hervorgerufenen congestiven Beschwerden behandelt, 
ohne dass die Menstruation wiederkehrte. Am 2. Juli Mor 
gens erkältete sich Pat. sehr heftig und wurde von lange an 
haltendem Froste befallen, welcher heftiger, trockener Hilz e 
wich; zugleich entstanden sehr heftige Leibschmerzen, an 
haltende Uebelkeit und einmaliges Erbrechen grasgrüner Mas 
sen. Abends hatte der Puls 128 Schläge, war klein, ge 
spannt, unterdrückt; die Haut am Stamme heiss, an den Ex 
tremitäten kühl, und das sehr entstellte, eingefallene Gesicht 
mit kaltem Schweisse bedeckt. Pat. klagte noch über Uebel 
keit und sehr heftige, stechende Leibschmerzen besonders i n 
der Nabelgegend. Der Unterleib war aufgetrieben, gespannt 
und selbst beim leisesten Druck schmerzhaft, Pat. musste da 
her stets still auf dem Rücken liegen und oberflächlich ath- 
men, um nicht durch tiefe Respiration den Schmerz zu ver 
mehren. Zuerst wurde ein Aderlass von 1 Pfund gemacht, 
wegen 2tägiger Leibesverstopfung eröffnendes Klyntier und 
Emulsio papav. cum Aqu. Laurocer. verordnet. Der Pul* 
erhob sich dabei etwas und verlor auch viel von seiner Span 
nung, das Klystier bewirkte zwei reichliche Stuhlausleerun- 
gen und die Schmerzen im Unterleibe mässigten sich, so das* 
Pat. während der Nacht mehrere Stunden, wenn gleich un 
ruhig, schlief; es erfolgte noch ein Mal Erbrechen grünet 
Massen. — Am 3. hatte der Puls 120 Schläge, war klein, 
gespannt, aussetzend; die Leibschmerzen waren wieder hef' 
tiger, die Hautlemperatur gleichmässig erhöht und das Ge' 
sicht mit warmem Schweisse bedeckt. Pat. klagte über seht 
heiligen Durst und Uebelkeit, erbrach Vormittags 3 Mal grün 6
	        
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