Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

84 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
! war. Auf jedes Kothbrechen trat grosse Erleichterung eia> 
der Leib fiel zusammen, Pat. setzte sich auf das Soplia und 
spielte. Je länger aber die Unterbrechung gewährt hatte, 
desto mehr stieg die Unruhe, es entstand an verschiedene** 
Stellen blähende Auftreibung im Darmkanale, die Bauchmus 
keln krampften sich auch um die Därme, die man wurst- 
förmig durch sie durchfühlte, oder der Leib trieb gleichmäs- 
sig auf« Der Puls hatte dann 125 bis 130 Schläge und Durst 
und Unruhe nahm zu. — Nachdem sich am 12. und 13> 
Tage zuerst Drang zum Stuhlgang eingestellt hatte, erfolgt 
dieser am 14. Tage freiw illig mehrmals. Der Abgang war \vt« 
der oben .beschriebene und rocli nicht stark. An diesem Tage 
erfolgte noch 2maliges Erbrechen. — Am 15. Tage. Nad* 
mehrstündigem, ruhigem Schlafe ass und trank Pat. und w8< 
guten Muthes. Es erfolgten wieder einige copiöse Stühle* 
— In den nächsten 14 Tagen traten noch zwei Ruc«;' 
fälle ein, eine 3- und eine .'5tägige Verstopfung und Mt' 
serere, dann aber erfolgte die Reconvalescenz so rasch, das* 
man nach einer Woche kaum bemerkte, dass Pat. eine so 
schwere Krankheit überstanden halte — Am 1. Tage vet' 
ordnete man eine Saturation, flüchtiges Liniment mit Can*' 
pher und ( Opium, und Klystiere von Chamillenthee mit Oel* 
— Am 2. Tage: Emnlsio oleosa mit Extr. Hyosc. und 
warme Kräutersäckchen auf den Leib. Einreibungen und 
Klystiere w'urden fortgesetzt. Am 3., 4. und 5. Tage Zink' 
blüthen mit Oelzucker von verschiedenen ätherischen Oelefy 
mitunter einige Tropfen reiner, einfacher Opiumtinctur. All' 
gemeines warmes Bad. Bisweilen Senfteig auf die Mage**' 
gegend, Klystiere mit Zusatz von Asand, auch von Opium* 
Vom 6. bis zum 14 Tage wurden den krampfstillenden Mit' 
teln Stuhlgang fördernde beigegeben. Opium, Ipecacuanho 
in kleinen, Calomel in grossem Gaben, Ricinusöl, Qrotonöh 
Eispillen. Warme Fomentationen, Suppositorien, Aufle?« 11 
von Eis in einer Blase auf den Leib, kalte und Tabaksklystietf' 
Am 15. Tage wurden die Pillen aus Crotonöl in verringert« 1 
Menge fortgegeben und Bitterelixir mit aromatischem Zusa< 2 
verordnet. Von allen Mitteln, die nach und nach und unt« r 
Berücksichtigung der Individualität gereicht wurden, schi« 11 
die Kälte am wohltätigsten zu wirken. Die Recidive W**f' 
den mit denselben Mitteln wie die Hauptkrankheit gehobe* 1 ' 
— Welche Ursache diesem Ileus zum Grunde lag, lässt si^ 1 
nur vermutheu, nicht aber mit Gewissheit bestimmen. y 
giebt folgende Erklärung. Die nächste Ursache des Ileus ,9t 
Unwegsamkeit, Verschliessung des Darmkanals, die dur«' 1 
dynamische oder mechanische Veranlassungen oder durch bei“ 9
	        
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