Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
ction fand man, nach Eröffnung des völlig abgestorbenen bloss 
liegenden Stücks der Dura uiater, in dessen Umfange auf 
dem Gehirn gelbes, eilerähnliches Exsudat, die linke Hirn- 
hälfte durch uud durch erweicht, zusammengefallen und etwas 
gräulich gefärbt, das übrige Gehirn normal. Ausserdem fand 
sich in der linken Hemisphäre, nahe der Basis eine Höhle 
von der Länge I Zoll und so dick wie ein Federkiel, mit 
geronnenem Blute gefüllt. Im Schädel fand sich eine grosse, 
klaffende Fissur, welche sich von der zerschmetterten Stelle 
durch das linke Felsenbein, den Körper des Keilbeins, und 
das rechte Felsenbein bis in den Schuppentheil des rechten 
Schläfenbeins erstreckte. [Rusfs 31agaz. f. d. ges. Heilte. 
Bd. 55. Hfl. 2.J 
17. Heilung einer veralteten Luxation des 
Oberarms, mittelst Durchschneidung der Mus- 
culi pectoralis major, latissimus dorsi, teres 
major und teres tninor; vom G. M. R. Prof. Dr. Dief- 
fenbach in Berlin. Ein 30jähriger Gutsbesitzer hatte vor 2 Jah 
ren durch einen Sturz mit dem Pferde Luxation des rechten Ober 
arms erlitten, welche zuerst nicht erkannt wurde, später aber 
von mehreren Wundärzten nicht wieder eingerenkt werden 
kooute. Da neuere Versuche eben so fruchtlos blieben, begab 
sich Pat. nach Berlin. Er war schlank und kräftig, blass, mit 
wenigem Fett unter der Haut und mit kräftigen Muskeln, deren 
Conturen sich durch die Haut sehr deutlich zeigten. Die lei 
dende rechte Schulter war 1 Zoll höher, als die gesunde. 
Das Acromion bildete eine scharfe Kante, an der äussern 
Seite war die Schulter stark ausgehöhlt, das Schulterblatt 
lag flach an. Der rechte Oberarm war dünner, als der linke; 
er stand weit vom Körper ab. Der Kopf des Humerus lag 
an der vordem Seite des Brustkastens, dicht an der Clavi- 
cula, 2 Zoll vom Manubrio sterni. Pat. hatte in dem Gliede 
stets das Gefühl von Kälte und die frühere kriebelnde Em 
pfindung hatte aufgehört. Der Puls in der rechten ^irteria 
radialis war etwas schwächer, als in der linken. Das Glied 
war unbrauchbar und nur die Hand konnte kleine Verrich 
tungen vornehmen. Versuchte man den Arm nach verschie 
denen Seiten zu bewegen , so entstanden heftige Schmerzen 
in der Gegend wo der Kopf auflag. Dieser war hier mit 
einem dicken Walle von sehnenharten Bändern umgeben, in 
deren Mitte er sich eingewühlt hatte. Versuchte man den 
Arm vom Leibe abzuziehen, so spannten sich unter bedeu 
tenden Schmerzen der Pectoralis major, Latissimus dorsi, 
Teres major und Teres minor. Die rechten drei fühlten sich 
auch, ohne dass der Arm abgezogen wurde, hart und ge- 
Summarium d. Medicin. I£S4o. I, 4
	        
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