Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

42 II. Materia inedica und Toxikologie. 
die Gallenblase strotzte von Galle, das Pancreas war un 
gewöhnlich gross, fühlte sich fest an und sali gelb aus. 
Der darmähnlich zusammengezogene Magen hatte normale 
Farbe, bis anf eine missfarbige Stelle am grossen Bogen in 
einiger Entfernung vom Pförtner. Die Häute waren verdickt. 
Die dünnen Därme zeigten, abgesehen von ausserordentlich 
vasculöser Beschaffenheit im Peritonealüberzuge, nichts Ab 
normes, das Colon aber war zur-Dicke eines Daumes zusam 
mengeschnürt. Der 3—4 Unzen wiegeude Mageninhalt be 
stand in klebricht-gallertartiger gelbgrüner Masse. Die innere 
stark geröthete Fläche des Magens bedeckte gelblich gefärbter 
Schleim. Die Schleimhaut war stark aufgelockert und zeigte 
ein merkwürdiges wellenförmiges Ansehen. Demnächst 
erregte in der Nähe des Pförtners eine Partie grosse Aufmerk 
samkeit, die der gedachten missfarbigen Stelle an der äussern 
Magenfläche entsprach. Hier war im Umfange eines Kron- 
thalers die Schleimhaut vorzüglich verdickt und aufgetrieben 
und hatte grau-grüne und zum Theil Bronzefarbe. Die innere 
Fläche des Duodenum war normal. Harnwerkzeuge und Ge 
nitalien wiesen nichts Ausserordentliches nach. Von Schwan 
gerschaft war keine Spur. Die grossen Gefässe des Unter 
leibes enthielten wenig Blut. Der Anus stand offen. Die 
Lungen waren sehr blutreich. Der Herzbeutel enthielt wenig 
Flüssigkeit. Die Muskelsubstanz des Herzens war 
ungewöhnlich straff und fest. Die linke Herzhöhle ent 
hielt sehr wenig Blut, dagegen strotzte die rechte und die 
Vorkammern von Blutcoagulum. Die stark angeschwollene 
Zunge bot eine runzlige, lederartige Oberfläche und 
blassgelbe Farbe dar; auf ihrer Hinterfläche ragten die 
Wärzchen besonders deutlich hervor. Die innere Haut des 
Schlundes war stark aufgetrieben, gelblich blass und man 
sah daselbst, so wie auch am Kehldeckel einige Corrosionen, 
auf letzterem befand sich auch eine kleine Ecchymose. Die 
Gefässe der Hirnhaut enthielten eine massige Menge Blut. 
Das grosse Hirn war ungewöhnlich fest, die Corpora striata 
und das kleine Hirn aber schlaff, welk. Plexus ehoroidei 
und Sinus in basi cranii enthielten wenig Blut. Die ausge 
brochene Flüssigkeit, von der nur der kleinste Theil aufge 
fangen wurde, war weisslich und mit beträchtlicher Menge 
käseartiger Flocken untermengt. Bei einiger Ruhe vereinig 
ten sie sich zu einem Präcipitate, so dass die dann überste 
hende Flüssigkeit fast wasserhell und ganz dünn erschien. 
In dieser Flüssigkeit und dem erwähnten Mageninhalte ergab 
die chemische Untersuchung 10,5 Gran regulinisches Quecksil 
ber) die ungefähr 14 Gran Quecksilbersublimate proportional
	        
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