Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

456 I. Pathologie, Therapie und mediciuisclie Klinik. 
die rechte Vorkammer war erweitert, die beiden Kammern 
aber und ihr innerer Bau normal; die Hohladern und Lungen 
blutadern strotzten noch mehr als das Herz von venösem Blute. 
Uebrigens Mar an demselben nirgends etwas Abnormes zu 
entdecken; auch die Lage war ganz natürlich. Beim Auf 
schneiden der aufsteigenden Aorta aber fand sich die innere 
Oberfliiche derselben höchst entzündet, scharlachroth. Die 
Rothe erstreckte sich bis in alle Aeste und die feinsten Ver 
zweigungen derselben und drang in die Tiefe bis auf die 
zwischen der innern und fibrösen Membran befindliche Zell 
schicht und war mit zähem Lymphgerinsel bedeckt, der fest 
an der innern Haut anhing. Die Eingeweide der Bauch- und 
Schädelhöhle Maren, ausser der Pfortader, welche mit Blut 
überladen Mar und der Blutgefässe der Hirnhäute, die eben 
falls von Blute strotzten, ganz normal. — II. Fall. Eine 
23jährige unverheirathete Dame von schlankem Wüchse, 
schwächlicher Constitution und sanguinisch-cholerischem Tem 
peramente, die oft Veranlassung zum Zorn und Zank hatte 
und deren Periode bereits seit einiger Zeit unregelmässig und 
zu sparsam gewesen Mar, hatten am Krankenbette ihrer 
an Unterleibsentzündung leidenden Mutter mehrere Nächte ge 
wacht und sich dabei sehr geängstigt, als sie am 20. Aug. 
1830 nach heftigem Schrecke starker Schüttelfrost befiel. Zu 
gleich traten Beängstigung, kurzer Alhem, Hitze in der Brust, 
heftiger Husten mit blutigem Auswurfe und Fieber ein. Ohne 
einen Arzt gefragt zu haben, hatte sie Tags darauf eine Ader 
öffnen lassen und viel kühlendes Getränk getrunken. Dadurch 
waren die Zufälle etwas geringer geworden, aber unruhig 
und unter vielem Husten und quälendem Durste hatte sie die 
Nacht zugebracht. Unter mässigen Leiden Mar der Mit 
tag dieses Tages heraugekommen, als sich alles bis zu einem 
fürchterlichen Grade verschlimmerte. Heftiges Brennen bei 
Druck unter dem Brustbeine und zwischen den Schulterblät 
tern, starkes Herzklopfen, Erstickungsangst und unaufhörlich 
trockener Husten bildeten den Anfall. Unter diesen Umstän 
den sah der Verf. Pat. Ergreifend drückte sich die Angst in 
ihren Zügen aus und sie suchte in Klagen und Stöhnen sich 
Befreiung zu verschaffen, die krankhafte Empfindung, die sie 
ganz genau als unter dem obern Theile des Brustbeins nach 
dem linken Schlüsselbeine bis in Hals und Rücken sich hin 
ziehend bezeichnete, Mar brennend heiss und peinlich klo 
pfend, die Respiration beschleunigt, sonst aber weder un 
regelmässig, noch wechselnd und Pat. konnte ziemlich zusam 
menhängend sprechen, so lange sie der stürmische Husten 
nicht unterbrach, wobei sich jedoch eine gewisse Hast aus-
	        
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