Full text: Summarium des Neuesten und Wissenswürdigsten aus der gesammten Medicin zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie. 
dieses Catheters erregte aber Strangurie, weshalb ihn H. ent 
fernte und den 22. eine Pflasterbougfe mit schwacher Jodsalbe 
(gr. x. Kali hydrojod. ad $ß. Cer. simpl) bestrichen, so 
einlegte, dass sie nur über die Slrictur hinaus, nicht aber in 
die Blase reichte. Diese Bougie wurde nur während des 
Urinirens ausgezogen, sogleich nachher wieder eingelegt und 
am 24. mit einer Nr. 9 vertauscht. Weil sich aber die 
Strictur ohne grossen Schmerz nicht weiter ausdehnen liess, 
ätzte H. dieselbe den 27. April von innen mittelst der Porte 
caustique von Tanchon. Den 8. Mai legte er eine Pfla- 
sterbougie Nr. 10, den 14. Nr. 11, den 18. Nr. 12 ein. Den 
30. Mai entliess er deniKranken mit der Weisung die Bou 
gie noch 14 Tage lang täglich 2mal, dann 8 Tage täglich 
einmal, daun 14 Mal jeden zweiten Tag und so abnehmend 
einzulegen, dass er für immer alle 8 — 10 Tage eine Bou 
gie einlegen und eine Stunde liegen lassen sollte. — Schliess 
lich empliehlt der Vf. eine leichte und sichere Methode des 
sonst so schwierigen Armirens der Portes caustiques mit Höl 
lenstein , «eiche Apotheker Berg in Stuttgart ihm angege 
ben hatte. Die dem Vf. bekannten bisherigen Methoden die 
Portes caustii/ues zu armiren sind : 1) man füllt die Hülsen 
mit gepulvertem Höllenstein und lässt diesen über einer Wein 
geist- oder Lichtlampe oder glühenden Kohlen schmelzen. 2) 
Alan hält ein Stängelchen Höllenstein über eine Flamme bis 
er in seinem Crystallisationswasser schmilzt und lässt ihn so 
in die erhitzte Hülse tropfen. Bei der ersten Methode bläht 
sich der Höllenstein gar leicht zu sehr auf und es bleibt we 
nig in der Hülse; bei der letztem verbrennt er leicht und 
verliert so seine Aetzkraft. Bei beiden haftet er selten zu 
verlässig fest in der Hülse, gar oft misslingt die Operation 
und man verlaborirt viel Höllenstein. Das Berg’sche Ver 
fahren ist nachstehendes: man bringt etwas gepulverten Höl 
lenstein (et«’a 6 — 20 Gran) in ein kleines porphyrnes 
Heibschälchen, beleuchtet es mit destillirtem Wasser, lässt es 
über einer Weingeistflamme unter stätigem Umrühren mit ei- 
mem silbernen Spatel so lange sieden, bis das zugegossene 
AVasser verdunstet und der Höllenstein nur noch durch sein 
eigenes Kryslallisalionswasser flüssig ist, was man an der 
dünnen Breiförm und Bildung einer Crystallisationshaut er 
kennt. Diesen Brei streicht man nun mit dem Spatel in die 
et«as erhitzte Hülse und nach dem Erkalten reibt inan das 
Z| t weit Vorragende mit dem Spatel oder Bimsstein ab. Da 
bei geht sehr wenig Höllenstein verloren, er behält die volle. 
■Aetzkraft, haftet so fest in der Hülse, als ob beide gleichsam 
*>ne Masse wären uod die Operation ist einfach. Während
	        
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