Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

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111. Chirurgie und Ophthalmologie. 
lieh fertig. Als Grund des Gelingens glaubt C. zunt Theil 
die sehr schiefe Richtung der Wunde betrachten zu müssen, 
da man durch dieselbe mehr Fläche und der Verband folglich 
mehr Haltbarkeit gewann. [Cas/jcr’s IVochenschr. f. d. g es> 
Heilk. 1840. Nr. 10.] 
105. Inflammatio genu. Periostitis. (Aus 
dem Jahresbericht über das Charitekrankenhaus zu Rerlin vom 
Jahre 1836; mitgetheilt von Dr. Rupp.) Ein 20jähriger, 
wohlausgebildetes Mädchen wurde am 23. Aug. in die Cha- 
rite aufgenoramen. 4 Tage vorher hatte sich heftiger Frost- 
an lall mit darauf folgender Hitze eingestellt, wozu sich noch 
an dem nämlichen Tage heftige, reissende Schmerzen mit Ge 
schwulst und Röthe des linken Knies gefunden hatten, wel 
che in den folgenden Tagen noch mehr Zunahmen. Als Pat 
in die Charite kam, war das Fieber bedeutend, das Gesicht 
lebhabt geröthet, die Augen glänzend, der Pols sehr frequent, 
massig voll und weich, die Hanttemperatur erhöht, die Zunge 
rein, in der Mitte trocken und der Unterleib schmerzhaft- 
Die Beschwerden am Knie waren bedeutend, das Gelenk und 
der obere Theil des Unterschenkels stark geschwollen, g®' 
röthet, gespannt und bei massigem Fingerdruck schmerzhaft. 
An die leidende Stelle wurden 30 Blutegel gesetzt, in die 
Umgegend Mercurialsalbe eingerieben und über das Knie Fo 
mente aus Infus, jlor. Chamom. mit Aqu. saturn. geleg*- 
Abends wurden wieder 30 Blutegel angelegt, doch ohne Er 
leichterung. Pat. war während der Nacht sehr unruhig und 
delirirte. Am 24. Morgens war das Fieber sehr lebhaft, Pa*- 
klagte über heftige Kopfschmerzen und Spannung und Ge' 
schwulst des Knies war so bedeutend, dass erst ein Aderlaß 
von 10 Unzen gemacht und später 35 Blutegel angelegt wur 
den ; Abends war die Exacerbation sehr lebhaft, die Nacht 
vom 24. zum 25. wieder sehr unruhig, und am nächsten 
Morgen der ganze Unterschenkel ödeinatös und Schmerz und 
Spannung im Knie sehr bedeutend. Pat. erhielt Nitrum tnd 
Aq. Laurocer.; auf das kranke Knie wurden w ieder 
Blutegel gelegt. Abends sank der Puls auffallend, es stellte" 
sich im Wachen Delirien ein, die Zunge war trocken, de f 
Kopf sehr heiss, das Gesicht roth. — Nach schlafloser Nacht 
zeigte sich Morgens allgemeiner Verfall der Kräfte mit Zu 
nahme der örtlichen Beschwerden. An einer Stelle unterhalb 
des Kniegelenkes, wo man undeutlich Fluctuation bemerkte» 
wurde mit der Lancette ein Einstich gemacht und viel flockt' 
ger, zum Theil blutiger Eiter entleert, worauf die Spannung 
in der Umgegend nachliess. Pat. erhielt Add. muriut. lU 
I)ccoct. rad. Alt-h. In der folgenden Nacht waren die V e "
	        
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