Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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®ende Gattung von Phthisis darstellt. Typhus puhnonalis 
Und Typhus abdominalis stellen im Wesentlichen dieselben 
Krankheitsprocesse, nur in verschiedenen Organen dar. Er 
reichen sich die Lungentuberkeln, so tritt keineswegs immer 
Jener langsame Verzehrungsprocess ein, den man gewöhnlich 
Schwindsucht nennt, sondern es entwickelt sich nicht selten, 
uei Eintritt der Erweichung der Tuberkeln, Fieber, das den 
Character des Typhus an sich trägt und schnell mit dem Tode 
ei> det. Ein Lungenleiden ist dabei gar nicht zu verkennen 
Und bei der Obduction findet man die Tuberkeln in ihren 
Verschiedenen Stadien der Entwickelung in den Lungen. Der 
^ame Typhus puhnonalis oder pectoralis passt hier jedenfalls 
sehr. I\icht selten aber kamen die Tuberkeln zuerst im Darm- 
uanale zur Entwickelung und die Erfahrung hat gelehrt, dass 
"ier das Uebel heilbarer ist, als in den Lungen. Grosse 
Gaben Calomel (5—10 Gran täglich 3—4 Mal) Ipecacuanha, 
■4cid. muriat. in schleimigen Vehikeln, dabei Ricinuseroul- 
sionen und vor Allem warme Bäder, nebst örtlichen Blutent 
ziehungen durch Schröpfköpfe, leisteten vortreffliche Dienste, 
“atte man nun mit vieler Mühe den entzündlichen Und ulce- 
Jösen Zustand des Darmkanals gehoben und dessen Folgen 
beseitigt, so machte sich nicht selten bei solchen Kranken 
plötzlich ein Rückfall bemerklich, wobei jedoch nicht der 
Unterleib, sondern die Lungen litten, kurz, es trat Phthisis 
tuberculosa incipiens an die Stelle der geheilten Intestinalul- 
ceration. In allen diesen Füllen von beginnender Lungen 
sucht hat der Verf. die Speckeinreibungen höchst heilsam ge 
funden und manche Kranke genasen nach ihrer Anwendung 
ganz. Von den hierher gehörigen Beobachtungen theilt B. 
uur nachstehenden Fall kurz mit: ein Musketier von schlan 
ke 1, Statur und mittelmässiger Körperstärke wurde im Fe- 
bruar 1836, an ausgebildetem Typhus abdominalis leidend, iu 
uas Lazareth aufgenommen. Die Krankheit verlief wie ge 
wöhnlich und die bekannten Symptome zeigten die Natur des 
Uebels an. Die oben erwähnten Mittel, besonders das Calo- 
u* e l und die warmen Bäder, bewirkten Herstellung des Pat. 
^chon hatte man bei zunehmenden Kräften Aussicht auf völ- 
bge Genesung, als das Fieber plötzlich wiederkehrte und mit 
demselben Husten, Beschwerden beim Athmen, flüchtige 
p'che in der Brust und nächtliche Srhweisse. Sowohl die 
Percussion des Brustkastens, als das Hörrohr ergaben die Ge 
wissheit von Lungentuberkeln. Jetzt wurden die Speckein- 
feibungen unternommen. Man rieb täglich, früh und Abends, 
Achtel Pfund geräucherten Speck so in die Brust ein, dass 
der Speck gleichmässig, vorn, in den beiden Seiten und bin-
	        
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