Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

II. Materia medica und Toxikologie. 
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II. Materia medica und Toxicologie. 
I 155. Heilung der Lungenschwindsuc iit durch 
[OZeM/n Asphalti; von Dr. Mebes in Riga. Heftiger 
anhaltender Husten mit copiösein, purulentein Auswurf, nächt 
liche Scliweisse , häufiger Durchfall bildeten die Symptomen- 
ßtuppe l> e i einer Frau, die schon seit Jahren an diesem Uebel 
Rolitten , mehrmals Blut ausgeworfen und mehrere erwachsene 
Kinder an hectischen Krankheiten verloren hatte. Ein ähn 
liches Schicksal schien ihr bevorzustehen. Sacch. Salurni, 
später Dulcamara und Phellandrium nützten allerdings im 
■Anfang etwas, später aber nichts mehr. Das Uebel blieb sich 
gleich, besonders währte der purulente Auswurf fort. Es 
"urde nun Oleum Asphalti depuratum nach v. Siebold’s 
Forschrift 3 Mal täglich zu 3 Tropfen gegeben und damit 
täglich um 1 Tropfen bis auf 20 Tropfen p. d. gestiegen, 
Fon der 4. Woche an besserte sich der Zustand merklich. 
Husten und Auswurf waren verschwunden und die Kräfte 
Wiedergekehrt. Ziegenmilch mit Selter« asser vollendeten die 
Genesung. [Mittheil, aus dem Archiv d. Gesellsch. pract. 
Aerzte zu Riga. 1. Summt. Leipz. 1839.] 
156. Speckeinreibungen, Milch und Blei- 
Zucker gegen Lungenschwindsucht und andere 
chronische Brustkrankheiten; vom Regim. Arzte Dr* 
Berger in Brandenburg. Die pathologische Anatomie hat 
über das Wesen der Lungenschwindsucht vielfache Aufschlüsse 
£ e geben und man sagt nicht zu viel, wenn man annimmt, 
dass, ausgenommen vielleicht die s. g. Nervenfieber, neuer- 
*’ch keine Krankheit so im Ursprünge, Fortgange und der 
Zerstörenden Wirkung erforscht sei, als die Phthisis pulrno- 
n, on. Die Forschungen der pathologischen Anatomie sind in 
der Regel von grossem Einflüsse für bessere Behandlung der 
Krankheiten gewesen. Wie hat sich nicht die Cur der Ner- 
Venfieber zum Heile der Kranken umgestaltet, seit man die 
plcerationen im Dartnkanale genau untersuchte. Leider aber 
,8t man in Behandlung der Lungenschwindsucht, namentlich 
d«r tuberculösen, aller anatomisch-pathologischer Forschungen 
Ull geachtet, nicht eben glücklicher, als sonst und es muss der 
Entscheidung der Zukunft überlassen bleiben, ob jene For 
schungen wirklich reellen Gewinn bringen Werden. Alles, 
'yas bis jetzt mit einigem Erfolge gegen die tuberculöse Phthi- 
sts unternommen wird, bewegt sich fast lediglich auf dem 
Gebiete reiner Empirie. Um so weniger darf man den Ver 
heerungen dieses Uebels ruhig Zusehen, es muss vielmehr
	        
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