Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

222 II. Materia medica und Toxikologie. 
Abends 1—2 Kaffeelöffel voll; für Erwachsene dagegen in 
gleicher Weise 3—4 Drachmen auf 6 Unzen, täglich 2—3 
Mal 1 Esslöffel voll. Mit Recht bemerkt Wackenroder, 
es sei nicht gut, einen andern, als reinen Zuckersyrup zum 
Vehikel zu nehmen, weil z. B. der Sijr. Cort. Aurant. das 
Präparat bald zersetze. Dasselbe gilt vielleicht auch von den 
abgezogenen Wässern im Vergleich zur Aqu. dcst. simpL 
Jene mögen manchmal nicht frei von Gerbestoff seyn. We 
nigstens sah K. bei Aqu. Cinnam. und bei Aqu. 31enih. t in 
beiden Fällen jedoch erst nach mehreren Tagen, die Arznei 
tintenartig schwarz werden, wenn nicht wiederholter Zutritt 
der Luft und Bespülung des Korkstöpsels, z. B. beim Um 
schütteln, diese Veränderung erzeugten. Auch mit Holz, 
Leinwand etc. in Berührung gebracht, färbt das Mittel diese 
Gegenstände schwarz und es ist gut, die Umgebungen des 
Kranken darauf aufmerksam zu machen, um einerseits Ver 
unreinigung des Fussbodens und der Wäsche zu verhüten, 
andererseits bei Aengstlichen dem Argwohne vorzubeugen, 
als wären dergleichen schwarze Flecke Folgen caustischer Ein 
wirkung. So werden auch die Zähne durch das Jodeisen 
schwärzlich, weshalb man wohl thut, sie nach jedem Arznei* 
gebrauche mit Brotrinde abreiben und den Mund mit reinem 
Wasser ausspülen zu lassen. Nüchtern genommen erregt das 
Mittel nicht selten lästiges Brennen im Magen und die Spei 
seröhre hinauf bis zum Schlunde, auch wohl Aufstossen, 
selbst Erbrechen, jedenfalls anhaltend bittern Nachgeschmack, 
wodurch das Mittel dem Kranken sehr verleidet wird. Dies 
ist hier um so widerwärtiger, weil doch in der Regel das 
Mittel wochenlang fortgesetzt werden muss. In solchen Fal 
len hat K. mit Erfolg vorher eine Tasse Kaffee, würzige 
Fleischbrühe oder nach Umständen unmittelbar auf das Mittel 
eine oder zwei Mandeln, oder etwas eingemachten Ingwer 
nehmen lassen. Uebrigens wird das Jodeisen im Allgemei 
nen gut vertragen, wirkt bei lieberlosen Kranken nicht be 
schleunigend auf den Puls, selten und nur die ersten Tage 
retardirend auf die Darmausleerungen, die es, gleich andern 
Eisenpräparaten, dunkel färbt und durch Harn und Speichel 
wird Jod reichlich wieder ausgeschieden. Der letztere Um 
stand dürfte wohl auffordern, bei Nierenkrankheiten mit dem 
innern Gebrauch des Jods sehr zurückzuhalten. Als allge 
meine Anzeigen für Anwendung des Jodeisens gelten dem 
Verf. die Zustände, in denen sich Störungen der sensibeln 
und irritablen Lebenssphäre gleichzeitig und neben einander 
geltend machen oder sich gegenseitig bedingen, daher Neu 
rosen und Sensibilitätsverstimmungen als Reflexe vegetativer
	        
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