Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

190 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
wachsen w’ar. Nach Lösung desselben folgte das im Uterus 
sich befindende, schon getrennte Stück des Mutterkuchens. 
Die Ohnmächten hörten auf, das Rind starb nach einigen 
Tagen und die Mutier erholte sich nur langsam. — Die Pla- 
centa bildete zwei Lappen, die durch ein rundes, wurstför- 
miges, 3 Zoll langes Stück verbunden waren. Der untere 
kleinere Lappen halte auf dem Muttermunde aufgesessen, sich 
bei der Geburt getrennt und war in die Scheide gekommen; 
der obere, handgrosse Lappen war in der Gebärmutter, aus 
ihm ging die Nabelschnur und es war nichts Abnormes dar 
an zu bemerken. Das runde, die beiden Lippen verbindende 
Stück war wurstförmig an die Gebärmutter fest angewachsen 
und zeigte beim Durchschnitt entzündetes Parenchym mit ganz 
von schwarzem Blute gefüllten Stellen. — Die Gestalt mochte 
auf folgende Art entstanden seyn: die Placenta hatte sich am 
Muttermunde gebildet und durch den Mutterhals war ein 
Stück zusammengeschnürt, woher die runde Gestalt kam; sie 
hatte sich entzündet und war in Folge dieser Entzündung 
verwachsen. Das Stück unterhalb mochte sich wohl erst ge 
bildet haben, als im Laufe der Schwangerschaft der Mutter 
hals mehr erweitert wurde. [Neue Zeitschr. f. Geburtsh. 
v. Busch, (T Ouirepont, Bit gen «. v. Siebold. Bd. VIIl. 
H/t. 2.] 
90. Selbst Wendung bei Vorfall des Arms; 
von Br. Pheuss in Dirscliau. Die Querlagen der Kinder bei 
der Geburt gehören auf jeden Fall zu den regelwidrigen Zu 
ständen, in welchen die Naturhülfe sehr unzureichend, die 
Kunsthülfe höchst wichtig erscheint. Dass dies indess auch hier 
nicht unbedingt der Fall sei, und dass auch die erstere die 
letztere überflüssig machen kann, beweisen die Selbstwen 
dungen, die freiwillig bei ausgetragenen Rindern so selten 
Vorkommen. Nachstehender Fall möchte daher der Erwähnung 
werth seyn. — Am 25. Sept. 1839 wurde P. zu einer 36- 
jährigen Kreissenden gerufen, welche schon 3 Mal geboren 
hatte. Das Wasser war vor 2 Stunden abgeflossen und P. 
fand die rechte Hand, mit in der Supination nach vorn ge 
wandter Handfläche, ausserhalb der Scheide. Die Wehen wa 
ren stark. P. versuchte mit der Hand einzugehen, fand aber 
die Gebärmutter so fest um das Kind zusammengezogen, dass 
er sogleich das Verfahren anwandte, welches bei Wendun 
gen nach längst abgeflossenem Wasser sehr wirksam ist. Et 
machte nämlich einen Aderlass von 1^ Pfund, worauf er der 
Kreissenden 30 Tropfen der Tinct. Opii crocata gab. Nach 
einer Viertelstunde konnte er die Hand schon mit Leichtig“
	        
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