Full text: (Neueste Folge, Band 13 = 1840, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
vor, olme dass W. an demselben den übrigen Körper zu ent 
wickeln vermochte. Mit unsäglicher Mühe, gelang es, den 
stumpfen Haken in die rechte Achsel des Kindes einzusetzen, 
ein zweiter ward im Munde angebracht und so zog W. mit 
Seinen Collegen vereint und rotireed mit aller Krält den Kör 
per des Kindes hervor. Die Nachgeburt löste sich bald, der 
Ausgang des Heckens war aber sc verengt, dass ihr Hervor-' 
treten nur sehr schwierig erfolgte; die Gebärmutter zog sich 
gehörig zusammen und die Wöchnerin befand sich bald er 
träglich und es folgte ein glückliches Wochenbett. Das Kind 
■war völlig ausgetragen, vollständig gebildet, ohne Deformi 
täten, gehörig gross und schwer. Nach Eröffnung des Kopfs 
fand sich das Gehirn in blutigen Brei aufgelöst. Die sämmt- 
lichen Kopfknochen waren in ihren Verbindungen getrennt, 
von der Basis des Schädels losgelöst und lagen einzeln und 
zertrümmert in dem durch die Kopfhaut gebildeten Sacke. 
[iVewe Zeit sehr. f. GeburlsJc. v. Busch, iV Outrepont, Bit- 
gen u. v. Siebold. Bd. VIII. Hft. 2.] 
89. PI ac ent a praevia partialis; vom Amts- 
phys. Dr. Wahl zu Greussen. Eine 30jährige Frau hatte 
schon 5 Kinder leicht geboren und wurde zum 6. Male schwan 
ger. In dieser Schwangerschaft bekam sie heftige Schmer 
zen in der Tiefe des Beckens und von Zeit zu Zeit Blutun 
gen. Im Anfänge des 6. Monats suchte die Frau bei W. 
Hülfe. Nach den nöthigen Verordnungen rieth W. beim Ein 
tritt der Geburt ihn schnell rufen zu lassen, indem er das 
Aufsitzen der Placenta auf dem Muttermunde vermuthete. — 
Im 8. Monate kam die Frau nieder, es waren heftige Blutun 
gen erfolgt und die Nachgeburt nicht abgegangen. W. fand 
die Wöchnerin sehr schwach, iu öfteren Ohnmächten, die Blu 
tung schien zu stehen, der Puls war krampfig, klein, zusam 
mengezogen und die Haut kühl. Der Muttermund war sehr 
krampfhaft zusammengezogen, aus demselben hing ein grosses 
Stück der Placenta und die Nabelschnur, der andere Theil 
der Placenta war im Uterus zurück und krampfig umschlossen. 
VV. versuchte umsonst, diesen Krampf zu lösen und konnte 
nidit einmal mit dem Finger in den Uterus kommen; daher 
verordnete er Tinct. Cinnamom., Tinct. Opii simpl. und 
^tether. acet. und liess Einreibungen von Ol. Hyosc. mit 
Opium machen, wodurch der Krampf 6 Stunden nach der 
Niederkunft gehoben wurde. Beim Eingehen in den Uterus 
»and W. au dem Zipfel der Placenta, welcher in der Scheide 
^ar, ein etwa 3 Zoll langes, rundes, wurstförmiges Stück 
Placenta, was vom Muttermunde an fest mit dem Uterus ver-
	        
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