Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

Il. Materia medica und Toxikologie. ‚85 
doch die Rachengeschwüre, so wie die Ozäna waren nicht wie- 
der erschienen. Nur an dem untern Augenlide der linken Seite 
fand sich eine kleine Eiterpustel, die mit einem Schorfe be- 
deckt beständig unter demselben Eiter absonderte und als ein 
Residuum der früheren syphilitischen Dyscrasie angesehen wer- 
den konnte. Blutegel hinter die Ohren, ein Vesicans in den 
Nacken und Pulver aus Sulphur depuratum cum Tartı depu- 
rato beseitigten zwar die Schmerzen in den Ohren, aber nicht 
die Schwerhörigkeit, und S. war genöthigt, nach einiger Zeit 
den rothen Präcipitat anzuwenden, welchen er zu + Gran p. d, 
früh und Abends in Pillen nehmen liess. Nach 4 Granen zeigte 
sich Affection des Zahnfleisches und S. musste das Mittel einige 
Tage aussetzen, Gleichzeitig erschien am Gaumen eine ziem- 
lich grosse, oberflächliche , exulcerirte Stelle. Bei dem später 
fortgesetzten Gebrauche des Mittels traten weiter keine Zufälle 
ein, welche ein Aussetzen nöthig machten. Das Geschwür am 
Gaumen war nach drei Wochen ganz geheilt, die Pustel am 
Augenlide eingetrocknet und eine Woche später auch das Ge- 
hör völlig hergestellt, Das Mittel wurde‘ noch eine Zeit lang 
fortgesetzt und die Kranke geheilt. Sie hatte 32 Gran Präci- 
pitat bekommen. [Casper’s Wochenschr. f. d. ges. Heilk. 
1838. Nr. 11.] 
39. Beobachtungen über das anhaltende An- 
feuchten mit kaltem Wasser; aus BerarDs Klinik von 
Gonıy. G. führt zwei sehr glückliche Fälle an, ‚Ein 35jähri- 
ges Mädchen hielt eine kupferne Büchse mit Pulver, das ex- 
plodirte: die linke Hand wurde zerrissen, der Daumen mit dem 
Os’ metacarpi ganz abgerissen; der Zeigefinger haftete noch an 
den Weichtheilen, sein Metacarpalknochen war gebrochen, die 
Muskeln und Sehnen der Hand geschwärzt, zerrissen, am in- 
neren Vorderarm fand sich eine 2} Zoll grosse Contusion, die 
Muskeln bildeten durch die zerrissene Aponeurose eine Hernia. 
An der rechten Hand zeigte sich dreifache Fractur des Daumens, 
Offensein seives unteren Gelenks, Fractur des Mittelhandkno- 
chens, sein unteres Gelenk war zerrissen, Die Brand drohen- 
den Lappen, auch die des Index wurden abgetragen, die Ra- 
dialis und eine kleinere Arterie unterbunden, der rechte Dan- 
men und sein Mittelhandknochen amputirt, ein entblösstes, vor- 
springendes Stück vom zweiten Gliede des Mittelfingers abge- 
schnitten, die übrigen Wunden an der Hand und die Verbrennun- 
gen am Halse und Gesicht lose verbunden. Es zeigte sich 
starke Geschwulst der linken Hand und des Vorderarms, kein 
Fieber, Am andern Tage wurden die Hände mit kaltem Was- 
ser aus 2 Röhren bespült, eine dritte Röhre leitete am folgen- 
den Tage Wasser auf die Wunde des Vorderarms, Das Be- 
finden der Kranken war befriedigend, die Brandschorfe ent- 
wickelten Gas, stiessen sich aber bald ab; nach LOtägiger Ir-
	        
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