Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

il. Materia medica und Toxikologie, 83 
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tia) doch so, dass er schon mehr in diese Kathegorie gehört 
und ihm in den pharmacologischen Systemen von Hartmann, 
Herrmann und Schroff uomittelbar vor dem Rheum der 
Platz anzuweisen seyn dürfte, Obwohl er aber die den freien 
verdünnten mineralischen Säuren eigenthümliche Wirkungsart be- 
sitzt, nämlich die aus zu grusser ®% rer nicht energischer Beweg- 
lichkeit des Blutgefässsystems entspringende vermehrte Wärme 
und Wallungen mässigt und nicht nur den mit ihm io Berüh- 
rung kommenden Darmkanal kräftigend anregt, sondern auch 
die zu grosse Neigung der organischen Masse zur Rückbildung, 
Auflösung ( Colliquation) beschränkt, mit einem Worte ein 
tonisch-kühlendes Mittel (tonicum antiphlogisticum) ist, 8o 
wird doch auf der andern Seite diese tonisch-antiphlogistische 
Kraft des Liquors durch seinen Gehalt an Bittersalz wieder 
zum Theil gemässigt. Er darf daher weder in entzündlichen 
Krankheiten, noch in solchen Uebeln angewendet werdın, die 
sich zur Colliquation hinneigen, z. B. in gastrischen Fiebern 
mit Tendenz zum nervösen oder faulichten Character, wo bei 
allenfalls vorhandener Anzeige: auf den Stuhlgang beschleuni- 
gend hinzuwirken , jedenfalls das Rheum vorzuziehen ist Der 
saure Bittersalzliquor passt überall, wo ein Znfusum fol, Senn. 
angezeigt ist, ausgenommen da, wo schon vorhandener Hu- 
sten berücksichtigt oder Reiz zum Husten vermieden werden 
muss, der durch die freie Schwefelsäure leicht erregt werden 
könnte. Er verdient, besonders wenn durch längere Zeit auf 
Beförderung der Darmausieerung und zugleich tonisch auf die 
Därme gewirkt werden soll, stets den Vorzug vor den Sennes- 
blättern, den grössern Gaben der Mittelsalze, den Merkurial- 
laxanzen und auch vor dem Rheum, weil auf letzteres meist 
Verstopfung folgt. Er dürfte vielleicht:nur dem geregelten Ge- 
brauche eröffnender Mineralwässer nachstehen, hat aber vor die- 
sen doch den Vortheil voraus, dass er in jeder Jahreszeit an- 
gewendet werden kann. Dass es aber auch Idiosyncrasien ge- 
ben könne, vermöge der die schwefelsaure Magnesia durchaus 
nicht vertragen wird und man sich dann mit andern passenden 
Mitteln behelfen müsse, kann nicht in Abrede gestellt werden, 
Vorzüglich zu empfehlen ist der saure Bittersalzliquor bei habi- 
tueller atonischer Verstopfung, Unterleibsanschoppungen, Sto- 
ckungen des Pfortadersystems, Polycholie, Icterus, Meläna, Hy- 
pochondrie, Melancholie, Wassersucht, wenn diesen Uebeln Tor- 
por der Baucheingeweide zum Grunde legt und damit träge 
oder nicht hinlängliche Ausleerung verbunden ist. Bei der jetzt 
vorherrschenden gastrischen Krankheitsconstitution kann es au 
Gelegenheit für Gebrauch sowohl ganzer als abgebrochener Ga- 
ben dieses Liquors nicht fehlen der sich sowohl durch Wohl- 
feilheit und ziemliche Verlässlichkeit in der erölfnenden Wirkung, 
bei täglich nur 1—3 Mal zunehmender specieller Gabe, als 
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