Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

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IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
die gehörig stehende und nicht geschwollene Gebärmutter war 
frei von Schmerz, der Muttermund mässig geöffnet, Die ganze 
Haltung des Körpers ist nicht natürlich, mehr vorwärts gebeugt, 
die Frau sichtbar ängstlich, jede rasche Bewegung, Bücken, 
Umdrehen vorsichtig ausführend, Zur grossen Erleichterung 
legt sie sich oberhalb des Kindes eine Binde mässig fest um 
den Leib; ohne Binde ist ihr, als habe das Kind zu viel Spiel- 
raum, bald stellen sich Schmerzen ein; kommt die Binde un- 
terhalb des Kindes zu liegen und schneidet daselbst etwas ein, 
so entsteht schnell Beklemmung des Athems und Ohnmachtsge- 
fühl. Die Frau kann nur in der Lage auf der linken‘ Seite 
Ruhe finden, das Kind legt sich dann ganz nach der Seite her- 
über und wird mit Erleichterung durch ein weiches Kissen un- 
terstützt. Die Lage auf der rechten Seite ist gar nicht zu er- 
tragen, es erfolgt in derselben augenblicklich ein schmerzhaftes 
Zerren, als solle aus der linken Seite etwas abgerissen wer- 
denz die Rückenlage verursacht bald das Drängen aut den 
Mastdarm und ist nicht lange auszuhalten, L. glaubt, dass ge- 
genwärtig noch keine dringende Indication zu einer Operation 
vorhanden ist, indess dürfte die herannahende Periode der De« 
florescenz grössere Beschwerden herbeiführen und die Ausfüh- 
rung des Bauchschnitts gerechtfertigt erscheinen. [Neue Zeit 
schr. f. Geburtsk, v. Busch, d’Outrepont u. Ritgen. Bd, V. 
27. Behandlung der Tinea bei den Kindern 
im Höpital des enfans in Paris; von JınrLor, Wenn 
die vesiculären oder pustulösen Ausschläge der behaarten Kopf- 
haut noch einen acuten Character an sich tragen, so werden 
noch einige Tage die Senf- oder Stärkmehlkataplasmen, häufige 
Waschungen mit Althäe- oder Kleienwasser und einfache Bä- 
der angewendet. Ist diese Periode vorüber, oder kommt das 
Kind bereits im chronischen Stadium ins Spital, so werden zu- 
erst‘ zur Beseitigung der Borken 2 oder 3 Tage nach einander 
Kataplasmen aufgelegt und sodann die‘ Haare abrasirt, was 
während der Behandlung wöchentlich zweimal wiederholt wer- 
den muss. Unmittelbar darauf wäscht man den Kopf des Kin- 
des täglich zweimal mit einer Lotion aus einer Pinte Wasser 
und einer Drachme Schwefelkali. Nach jeder Waschung appli- 
cirt man, aber blos auf die kranken Theile, eine sehr dünne 
Lage des Jadelotschen Liniments, welches aus 2 Dr. ge- 
wöhnlicher Seife, 3 Dr. Schwefelkali, 4 Unz. Mohnöl, und 1 
Scp. flüchtigem Thymianoel besteht. (Die Seife lässt man im 
Wasserbade zergehen, das Schwefelkali wird in Oel aufgelöst, 
hierauf. das Ganze vermischt und endlich das flüchtige Oel zu- 
gesetzt.) Leiden die so behandelten Kinder ausserdem an ei- 
ner andern Hautaffection, so muss man die Schwefelbäder in 
Gebrauch ziehen, oder auch die kranken Körpertheile mit dem
	        
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