Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

506 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, _ 
rirt worden war, zum ersten Mal anfasste; auch war die bläu« 
liche Farbe des Gesichts verschwunden, der Unterleib weich 
geworden und es hatte sich noch eine Menge Koth entleert, 
welcher schon gelblich gefärbt war. So ging alles gut bis zum 
7. Tag nach der Operation, wo das Kind ohne alle auffallende 
Erscheinungen verschied., Den folgenden Tag nahm ich die Se- 
ction vor, auf deren Resultat ich äusserst gespannt war. Das 
Colon descendens war schon ziemlich fest in die Bauchöffnung 
adhärirt und die allernächste Umgebung des Darms war nur 
leicht geröthet. Das S, romanım endigte sich unter dem Pro- 
montorium blind, und es war keine Spur von Mastdarm vor- 
handen, Alle übrigen Eingeweide des Unterleibes waren vor- 
handen und befanden sich io natürlicher Lage, Nur die Eröff- 
nung des Unterleibes war mir gestattet, die der übrigen Höh- 
len wurde standhaft verweigert. 
IV. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK. 
208. Ein 16 Jahre lang getragener Mutterkranz; 
von Dr. BusgnacH zu Finsterwalde, Eine ’45jährige Frau hatte 
sich vor 16 Jahren wegen Gebärmuttervorfalls einen Mutterkranz 
in die Scheide bringen lassen, der in dieser Zeit nie entfernt 
worden war, Seit einigen Jahren litt die Frau an grossen Schmer- 
zen in den Geburtstheilen, sehr schmerzhafter und beschwerli- 
cher Stuhl- und Urinausleerung , weissem Flusse und Blutungen 
aus der Scheide, so wie sich auch ein Gefühl von Lähmung 
in beiden Füssen eingestellt hatte. Im Juli 1837 bat die Frau 
B. um Hülfe. Die Untersuchung verrieth den fest eingekeilten, 
runden Mutterkranz, der in der Mutterscheide einen tiefen, 
kreisrunden, geschwürigen Eindruck gebildet hatte, Nur mit 
grosser Schwierigkeit konnte der fremdartige Körper herausge- 
zogen werden. Hierauf wurden Einspritzungen mit Auflösung 
des Chlorkalks gemacht, wodurch der geschwürige Zustand 
der Scheide in kurzer Zeit beseitigt wurde, Nach Entfernung 
des‘ Kranzes trat der Gebärmuttervorfall nicht wieder ein. 
[.Med. Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Pr. 1838. Nr. 30.) 
209. Extrauterinal-Schwangerschaft, — Oeff- 
nung der Geschwulst nach aussen, — Heilung; vom 
Dr. Bernard. Eine 37jährige Fıau, Mutter mehrerer Kinder, 
hatte dreimal, zuletzt vor 3 Jahren, abortirt, und litt seitdem 
alle 2 — 3 Monate an Krampfzufällen. Bei einem solchen von 
heftigen Schmerzen in der hypogastrischen Gegend begleiteten 
Anfalle am 24, October 1837 verordnete B. 15 Blutegel
	        
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