Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

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Il. Materia medica und Toxikologie, 
(gewöhnlich aus 2 Drachmen Jod und 4 Drachmen . Jodkatium 
und der nöthigen Menge Salz- oder gemeinen Wassers beste- 
hend) möglich zu machen, ist ein Verfahren, aus den gebrauch- 
ten Bädern das Jod fast ganz wieder zu gewinnen, von Wich- 
tigkeit, Liebig empüechlt dazu ein als Reagens auf Jod 
schon bekanntes Mittel. Man versetzt das Jodbad mit einer 
Lösung von 2} Th. Kupfervitriol und 24 Th, Eisenvitriol in 12 
Th. Wasser und setzt dann vorsichtig etwas Ammoniak (auf 
ein Bad 4 Dr.) zu, worauf man die klare Flüssigkeit prüft, 
ob sie noch gefällt wird, Durch dieses Verfahren erfolgt voll- 
ständige Abscheidung des Jods. Man lässt den Niederschlag von 
6 oder mehreren Bädern zusammenkommen, wäscht ihn dann auf 
einem Filter mit Wasser aus, trocknet und wägt ihn, bringt ihn 
in eine Retorte, setzt auf 5 Th, desselben 2 "Th. Braunstein, 
3 Th, Vitriolöl und 4 Th. Wasser zu und destillirt nach wohl 
angepasster Vorlage im Sandbade bis zur Trockne, zuletzt bei 
verstärktem Feuer. Apotheker Thais in Hamburg erhielt auf 
diese Weise ans 2 Bädern, denen 8& Drachmen Jodkalium und 
4 Drachmen Jod zugesetzt worden war, 7 Drachmen reines 
Jod wieder, [_Ann. d. Pharm. XXI. p. 219—220.] 
17. Mittheilungen des Vereins für Natur- und 
Heilkunde im voigtländischen Kreise; durch dessen 
Vorstand Amts- und Stadtphys. Dr. Scnrexer in Oelsnitz. 
(Schluss. S. Summar. N. F. Bd. VIi. Nr. 170. u. Nr. 201.) 
Ausserdem hat mir Hr. Dr. Fiedler in Plauen folgenden Fall 
von Kupfer-Arsenik- Vergiftung mitgetheilt: Am 26. 
Sept, 1837 brachte die Ehefrau des Bürgers T. ihr 3jähri- 
ges Kind, ein Mädchen von schwächlicher Constitution, mit 
der dringenden Bitte zu mir, demselben sogleich etwas zu ver- 
schreiben, da es vor ohngefähr einer Stunde eine Portion ge- 
wöhnlicher grüner Farbe verschluckt, sich aber auch bereits 
zwei Mal, nach Darreichung mehrerer Tassen fetter Milch, er- 
brochen habe, Die an dem Kinde bemerkbaren Erscheinungen 
waren folgende: lebhafte Angst und Verstörtheit in den Ge- 
sichtszügen, Blässe des Gesichts, heisse Stirn, so wie über- 
haupt erhöhte Temperatur der Haut, kleiner, schneller, sehr 
gereizter Puls, leicht mit weissem Schleime belegte Zunge, 
lebhafter Durst, harter Unterleib, grosse Empfindlichkeit der 
Regio epigastrica bei der leisesten Berührung. Noch in mei- 
ner Wohnung erbrach sich das Kind zwei Mal, wobei jedes 
Mal unter halb verdauten Speisefragmenten Stücke eiver grünen 
Farbe ia reichlicher Menge zum Vorschein kamen. Da ich 
sogleich die Befürchtung hegte, dass die verschluckte Farbe 
ausser dem Kupfer auch Arsenik enthalten möchte, ein Umstand, 
der mich auf jeden Fall zur Anwendung des Eisenoxydhydra- 
tes bestimmen musste; so verordnete ich vor der Hand nur eine 
Delemulsion und reichliches Trinken von Zuckerwasser., Bei
	        
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