Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

Il. Chirurgie und Ophthalmologie, 493 
schlaflos hingebrachten Nacht konnte er den linken Arm und Fuss 
nicht bewegen, auch der linke Mundwinkel war nach unten ge- 
zogen und der Speichel floss reichlich aus demselben, Das Be- 
wusstsein war nicht gestört und der Puls ‚wieder etwas voller 
und härter, weswegen D. abermals eine Venäsection und in- 
nerlich eine Auflösung von Magnesia sulphurica verordnete. 
Die Schnittwunde am Halse war bis auf die Stelle, aus wel- 
cher die Ligaturfäden hingen, vernarbt. Zu der Lähmung der 
genannten Theile gesellte sich noch eine Lähmung der Uriu- 
blase. — Die Fungen in dem Munde wuchsen nach Unter« 
bindung der Carotis nicht in dem Grade wieder, als früher, 
Am 23. Mai war die Ligatur, an welcher der unruhige Kranke 
öfters gezupft hatte, herausgezogen. — Am 31, Mai früh 
4 Uhr erfolgte der Tod ganz sanft. Die Wunde am Halse 
war noch nicht vollkommen vernarbt und ein kleiner Schorf 
bedeckte die Stelle, au‘ welcher früher die Ligaturfäden ge- 
hangen hatten. — Am I. Juni wurde die Section unternom- 
men und mit Blosslegung der unterbundenen Carotis begonnen, 
An der Stelle, wo die Ligaturfäden nach aussen herausgehan- 
gen hatten, fand sich in den allgemeinen Bedeckungen eine ge- 
schwierige Oeffnung, in die man mit einer Sonde eingehen 
konnte. Eine dieser Oeflnung entsprechende fand sich in der 
vorderen Wand der blossgelegten Carotis, sie verlief von, oben 
nach unten, war kaum % Zoll Jang, und man konnte aus ihr 
durch Streichen einige Tropfen Eiter entleeren, In der Umge- 
gend der operirten Stelle war die Carotis so fest mit den be- 
nachbarten Theilen verwachsen, dass sich die Verbiudungen 
kaum mit dem Messer trennen liessen. Die Carotis wurde 
vollkommen frei präparirt bis oberhalb ihrer Theilungsstelle in 
die Facialis und cerebralis, und abwärts bis zum Truncus 
anonymus; an beiden Stellen wurde sie abgeschnitten, her- 
ausgenommen und mit einer Scheere der Länge nach aufge- 
schnitten, aber‘ so, dass jene in der vorderen Wand der Ar- 
terie vorhandene und durch Ulceration entstandene Oeffuung 
nicht mit in die Schnittfläche kam, sondern unverletzt blieb. 
In der aufgeschnittenen Carotis lag oberhalb und unterhalb der 
Ligaturstelle, von dieser nach beiden Richtungen + Z. entfernt, ein 
Thrombus. Der unterhalb der Ligaturstelle sich befindende war 
3 Z. lang, zirkelrund und fühlte sich sehr fest an; da keine Ver- 
wachsung desselben mit der innern Haut der Arlerie statt fand, 
liess er sich sehr leicht mit einer Pincette wegnehmen. Ober- 
halb der unterbundenen Stelle erstreckte sich der Thrombus 
nur in die A. cerebralis, er war über einen Zoll lang und 
endete nach oben zu in eine Spitze. Die Tunica interna der 
Carotis war an den Stellen, wo sie von jenen Blutpfröpfen 
berührt wurde, zinnoberroth, in der nächsten Umgebung der 
Ligaturstelle mehr braunroth, An der Stelle, wo die Ligatur
	        
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