Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

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Neucste Bibliographie. 
deihen und Wohlbefinden der Bevölkerung , sondern auch häusliches 
Glück Einzelner, wie ganzer Familien in Beförderung von Gesund- 
heit und Kraft herheigeführt und begründet zu werden vermag. Dies 
Mittel ist das im weitern Verlaufe der Schrift vorgeschlagene Zieh- 
haus, wo theils Kinder passend verpflegt, theils Wärterinnen gebil- 
det werden sollen. Um aber für die bei Errichtung dieser Anstalt 
nöthigen Maassregeln eine Richtschnur zu haben, auf die im Noth- 
falle verwiesen werden konnte, um den Contrast zwischen der Art 
und Weise, wie Neugeborene gepflegt werden sollten und wie sie be- 
sonders hei Ziehmüttern gepflegt werden, recht deutlich darzustellen 
und um diese Schrift auch dadurch nützlich zu machen, dass sie Müt- 
tern und Wärterinnen hinsichtlich der Pflege der Kinder eine Rath- 
geberin seyn könnte, hat der Verf, einen Abschnitt über Pflege der 
Kinder im ersten Lebensjahre vorausgeschickt und in demselben die 
Regeln und Belehrungen zusammengestellt , die nicht nur für das im 
Beginn seines Lebens stehende Kind höchst nothwendig, sondern 
auch durch Erfahrung als heilsam erfunden worden sind. — Die 
Schrift zerfällt sonach in zwei Abschnitte, Der erste verbreitet 
sich über die Pflege der Kinder im ersten Lebensjahre in drei Ka- 
piteln und zwar ist im ersten von der Ernährung der Neugebornen, 
im zweiten von der Bekleidung derselben und im dritten von 
der Abwartung der Neugebornen die Rede. Der zweite Abschnitt 
dagegen stellt das Ziehhaus als Bedürfniss des Staates nebst einer da- 
mit zu vereinigenden Lehranstalt für Wärterinnen dar und zwar ver- 
hreitet sich der Verf, zuerst über das Ziehhaus und seinen Zweck, 
dann giebt er die Verfassung der Anstalt hinsichtlich ihrer Personal- 
verhältnisse an, geht hierauf zu den Localverhältnissen der Anstalt 
über und theilt zuletzt den Auschlag der jährlichen Unterhaltungs- 
kosten der Anstalt ınit, Ein Anhang enthält einige Ausichten über 
Regulirung der Kinderpflege hei Ziehmüttern. — Soll Ref, mit 
wenigen Worten sein Urtheil über diese Schritt abgeben, so geht die- 
ses darauf hinaus, dass der erste Abschnitt eine naturgemässe , nicht 
genug zu lobende Pflege der Neugebornen vorschreibt, welche die 
Erfahrung gewiss als heilsam ausweisen wird. Was den zweiten Ab- 
schnitt aulangt, so hat in demselben der Verf. das Ziehhaus als Be- 
dürfniss des Staates auf eine Weise dargestellt , welche billigen Wün- 
schen gewiss entspricht... Möchten die Vorschläge des Verf., der nach 
Allem in der hetreffenden Literatur sich genau umgesehen und manche 
gute eigene Idee zu früher aufgestellten fremden gefügt hat, zum 
Wohl der Menschheit ein geneigtes Gehör bei denen finden, welche 
helfen können! Doch wie dies auch komme — zweifelsohne hat der 
Verf, die von pfichtmässigen Arbeiten erübhrigte Zeit sehr gut ausge- 
kauft, indem er diese Schrift anusarheitete, die ein neuer Beweis 
für die Tüchtigkeit der in Leipzig gebildeten jungen Aerzte ist und 
die nach dem Wunsche des Ref. den festen Grundstein zu einer bal- 
digen weitumfassenden Thätigkeit des Verf, lezen mag, 
Redactenr: Dr, E. H. Kneschke, — Verleger: E, F. Steinacker. 
Gedruckt in der Buchdruckerei des Verlass - Comotoirs zn Grimma.
	        
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