Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

418 Il, Chirurgie und Ophthalmologie, 
S. doppelte Unterbindungsfäden angelegt, die sich am 9. Mai, 
ohne die geringste Blutung, lösten, Der rechte Fuss erschien 
stark ödematös. . Nun löste sich der noch immer auf dem Aneu- 
rysma befindliche Schorf von der Stichwunde ab und bei jedem 
Verbande sickerte etwas dunkles, schwarzes, flüssiges Blut 
aus, das nicht übel roch. Die Operationswunde ging sichtlich 
der Heilung entgegen und war Ende Mai’s ganz geschlossen. 
Oberhalb derselben sah man deutlich die Pulsation der Arterie, 
Anfangs Juni nahm das Aussickern. von schwarzem, flüssigem 
Blute aus dem aneurysmatischen Sacke zu. Damit das Blat 
freier abfliesse, erweiterte S, die Oeffnung, ‘ Doch entzündete 
sich der ganze Sack, wurde missfarbig und starb, ungeachtet 
man „Aqua kreosotz einspritzte und Dec. querc, mit Tinet. 
benz. comp. aufschlagen liess, ganz ab, S, musste daher den 
ganzen Sack mit dem Messer am 3. und 6. Juni entfernen. 
Derselbe bestand aus festen, durch einander lautenden, häuti- 
gen Massen und enthielt nur wenig dunkles, flüssiges, stinken- 
des Blut. Am obern Theile war die ausgeartete .drf, crura= 
Ks noch gut zu unterscheiden. Der ganze aneurysmatische Sack 
wog 6+ Unzen. Die durch Herausnahme desselben entstandene 
grosse, tiefe Wunde wurde mit Heftpflaster zusammengezogen, 
mit Charpie bedeckt, diese mit Kreosotwasser befeuchtet, der 
ganze Oberschenkel eingewickelt und zur Unterstützung der ge- 
sunkenen Kräfte und Einleitung einer guten Eiterung China mit 
Phosphorsäure verordnet, Wirklich ging auch die Wunde sicht- 
lich der Eiterung entgegen, die Kräfte hoben sich, der noch 
immer gereizte, frequente Puls wurde normal, der Schlaf ruhig, 
erquickend, der Appetit gut und die Oeffnung regelmässig. 
Schon glaubte der Verf., da die Wunde sich bis auf einen hal- 
ben Zoll im Durchmesser verkleinert hatte und nur noch ober- 
flächlich war, den Kranken bald hergestellt entlassen zu kön- 
nen, als am 16. Juoi plötzlich aus der noch offenen Wunde 
heftige arterielle Blutung erfolgte, Diese war, obgleich man 
den Verf. sogleich rief und das noch anliegende Tourniquet zu- 
schraubte, 80 bedeutend, dass Ohnmacht eintrat. Das Blut quoll 
nicht absatz - sondern stromweise hervor, arteriell aber musste 
die Blutung seyn, da sie gleich stand, als S. die Arterie tam- 
ponirte. An Unterbindung eines Gefässes war nicht zu denken, 
da das Blut aus der ganzen Oberfläche der Wunde hervorstürzte, 
Es musste daher tamponirt werden, was durch kleine graduirte 
Tampons von Charpie geschah, die S. mit Pulv, stypticus be- 
streute und mittelst einer Binde befestigte. Die Blutung stand 
nun zwar, doch war durch den bedeutenden Blutverlust grosse 
Erschöpfung eingetreten. Um wiederholte Blutung zu verhüten, 
liess der Verf. den Verband am 17. Jumi liegen und concen- 
trirtes Kreosotwasser aufgiessen; auch erhielt Pat. China und 
Elir. acid, Haller, mit Syr, Bub, Idaei ins Getränk. Der
	        
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