Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

IE, Chirurgie und Ophthalmologie, 415 
Durchschneidung beider Bäuche erfolgte in 14 Tagen vollkom- 
mene Heilung, 35) Ein 14jähriger Knabe mit Verkürzung des 
linken Muskels geboren, nebst Krümmung der Halswirbelsäule. 
Nach 4 Wochen erfolgie völlige Heilung. 36) Ein 9jähriges Mäd- 
chen mit Verkürzung des linken MM. sternocl. Nach Durchschnei-= 
dung beider Muskelbäuche erfolgte in 8 Tagen völlige Heilung, 
37) Dieser letzte Fall betraf einen 12jährigen Knaben mit starker 
Verkürzung des rechten M., sternocl., wodurch der Kopf der 
Schulter sehr genährt wurde; die Halswirbelbeine waren von 
ihrer normalen Richtung ebenfalls abgewichen. Früher war der 
Muskel durch einen Hautschnitt blossgelegt und dann durch- 
schnitten worden, Nach erfolgter Heilung machte die aberma- 
lige Verkürzung eive neue Operation nöthig, welche in einem 
Längenschnitt durch die Haut und einer neuen Durchschneidung 
des Muskels bestand, Nach Heilung dieser veuen Wunde wur- 
den Streckungen nicht verabsäumt, doch ohne Erfolg. Die 
mühsame Behandlung hatte drei Monate gedauert. D. fand den 
Kopfnicker stark verkürzt und durch die Narben in seinen un- 
teren Drittheile sehr hart geworden, Hinüberbiegen des Kopfs 
auf die entgegengesetzte Seite machte den unteren Theil des 
Muskels, wo. derselbe durchschnitten worden war, nicht her- 
vortretend, da er durch indurirtes Zellgewebe in der Tiefe fest- 
gehalten wurde; am meisten trat die Mitte hervor. Hier durch- 
schnitt D. den Muskel vollkommen, indem er das Messer an 
dem hinteren Rande einstach, es flach unter ihm durchführte, 
und dann, ohne die Haut zu verletzen, zurückzog. Die Nach- 
behandlung war die gewöhnliche. 5 Tage nach der Operation 
ging der Kranke zum ersten Male aus, Es entstand weder 
Blutaustritt, noch Eiterung, Der Kopf ist gerade, nur die 
Halswirbelbeine sind noch etwas verschoben, was sich allmäh- 
lig verliert. Von 37 Operirten ist keiner gestorben, sondern 
alle sind bis auf einen geheilt. Die Meisten waren Jahre lang 
orihopädisch behandelt worden, Nur bei dem Einen war eine 
kleine nachträgliche Durchschneidung einer Muskelpartie zu 
wiederholen; nur ein Mal entstand starke Blutung ohne wei- 
tere Zufälle, — Nur einer, bei dem sich ein grösserer Abscess 
bildete, flösste einige Tage die Besorgniss ein, der Eiter könne 
sich senken, doch eine Dilatation hob dieselbe. — Bei allen 
Individuen beobachtete D. Schiefheit des Gesichts; die Seite, 
an welcher der Halmuskel verkürzt war, erschien immer her- 
abgezogen, die andere höher stehend, Augenlider, Nasenflügel 
und Mundwinkel waren herabgezogen. Bei kleinen Kindern 
und den geringeren Graden des Uebel wird das Gesicht oft 
schon in wenigen Wochen wieder gerade, Bei älteren und 
den bedeuteren Formen haben Kopf und Gesichtsknochen An- 
theil an der Schiefheit, und es sind Monate, ja Jahre erforder. 
lich, um beide Gesichtshälften gleich zu machen. Die gerad go -
	        
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