Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

386 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
nicht genöthigt, ihre Beschäftigungen plötzlich zu unterbrechen, 
Während von Seiten des Gehirns so schlimme Symptome sich 
zeigten, besserten sich alle die, welche von Seiten der Brust 
stattfanden, In den ersten Momenten zeigte das Gesicht nichts 
weiter, als schwachen Ausdruck von Erstaunen und abwech- 
selnd Blässe und Röthez allein 3 oder 4 Tage später hatte es 
allen Ausdruck verloren. Während gleichzeitig die allgemeine 
Sensibilität sich steigerte und das intellectuelle Vermögen tief 
afficirt war, stellte sich etwas Unruhe ein. Diese Affection des 
intellectuellen Vermögens bestand in Gleichgültigkeit des Kran- 
ken gegen seine Umgebung und selbst gegen sein eignes Lei- 
den, er beklagte sich nicht mehr über das, was ihn noch den 
Tag vorher belästigt hattez bald aber trat in manchen Fällen 
leichtes und wenig geräuschvolles, bei 3 Personen dagegen von 
hellem und durchdringendem Schreien begleitetes Delirium ein, 
Dieses dauerte mehrere Tage, und machte endlich dem Coma 
Platz, welches diese Symptome beschloss und sich wenige Tage 
vor dem Tode einstellte5 es erreichte nicht plötzlich seinen 
höchsten Grad von Intensität, sondern fing mit Anfangs leichter, 
später tiefern Somnolenz an, auf welche einige Stunden vor dem 
Tode wahrer Carus folgte. Die Lähmung hat Verf. deshalb 
noch nicht erwähnt, weil sie nicht bei allen Personen und meist 
erst in den letzten Tagen stattfand; doch war io einem merk- 
würdigen Falle vollkommene Hemiplegie gleich in den ersten 
Tagen vorhanden; ein anderes Mal betraf die Lähmung nur 
ein Augenlid, Meistentheils fand beträchtliche Schwäche der 
Muskeln des Kiefers statt; allein diese Lähmung war sehr un- 
vollkommen. Die Respiration behielt bis zu den letzten Tagen 
den Character, den sie gleich vom Beginn der Affection ange- 
nommen hatte; allein sie wurde dann behinderter, als sie es 
vorher gewesen war und in den letzten Momenten war die 
Dyspnöe sehr stark, Im Beginn der Affection waren das Seh- 
vermögen gut und die Pupillen ‘sehr contractil; allein einige 
Tage vor dem Tode bemerkte man nicht anhaltenden, aber sehr 
häufigen Strabismus, und wenn das Coma eintrat, erweiterten 
sich die Pupillen und verloren ihre Contractilität, ohne dass es 
wegen Störung des intellectuellen Vermögens möglich war, sich 
zu überzeugen, ob das Sehvermögen verloren gegangen war. 
Der Kreislauf blieb bei so grossen functionellen Störungen fast 
während der ganzen Krankheit normal, nur erst gegen das 
Ende derselben wurde der Puls häufig und kam bis auf 120 
Schläge, jetzt steigerte sich auch erst die Hautwärme; fast bei 
allen Personen bildeten sich auf der Haut Schweisströpfchen, 
und bei einer auf dem Halse Sudamiva. Die Störungen der 
digestiven Verrichtungen bestanden, wie oben bemerkt wurde, 
Anfangs in hartnäckigem Erbrechen; zu Ende aber, und einige 
Zeit, nachdem das Erbrechen aufgehört hatte, traten unwill-
	        
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