Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

378 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
Falle nicht anwandte. Auch hier fand sich kein Schmerz, kein 
Blutverlust, keine Ahnung des eintretenden Todes, Die Section 
zeigte oberflächliche pseudomembranöse Ausschwitzungen über 
den dünnen Därmen, mehrere Quart hellbraun-gelben geruchlo- 
sen Exsudats in der Bauchhöhle und nicht contrahirte Gebär- 
mutter, Aus beiden Fällen geht hervor, welchen wesentlichen 
Einfluss die Constitution auf Dauer und Verlauf von Krankhei- 
ten hatz wie rheumatische Entzündungen, ihrer Natur nach zu 
plastischen Ausschwitzungen disponirend, bei Schwangern we- 
gen erhöhter Plasticität höchst lebensgefährlich sind, und wie 
cosmische Verhältnisse entschiedenen Nachtheil bringen können. 
[Casper’s Wochenschr, f. d. ges. Heilk. 1838. Nr. 26.] 
157. Ueber das sogenannte habituelle Abster- 
ben der Früchte; vom Prof. Dr. d’OuTreroxtT in Würz- 
burg, Das habituelle Absterben der Früchte gehört unter die 
Zahl der pathologischen Erscheinungen, über deren Ursache 
voch tiefes Dunkel herrscht. Dies Absterben erzeugt die Früh- 
geburt von Früchten, bei welchen der Tod längst erfolgt zu 
seyn scheint, obgleich man in sehr vielen Fällen bestimmt er- 
fährt, dass kaum 24 Stunden vor der Geburt die Frucht sich 
noch lebhaft bewegte und das Kindswasser nicht früher, son- 
dern nur während des Verlaufes derselben abfloss. . Im Allge- 
meinen muss man gestehen, dass sehr häufig Frühgeburt ent- 
steht, ohne dass man ihre Ursache ausmitteln kann; unter diese 
gehören wohl jene, welche allein ihre Ursache in dem habi- 
tuellen Absterben Jer Früchte finden; viele Frühgeburten wer» 
den durch frühere Vorgänge während der Schwangerschaft vor- 
bereitet, dahin gehört: die übereilte somatische oder dynamische 
Entwickelung der Gebärmutter, ähnliche Vorgänge an der Frucht, 
oder den äussern Entwickelungs-Organen, als Hypertrophie der 
Placenta u. s. w..; auch ist kaum zu bezweifeln, dass nıcht län- 
gere Zeit vor dem Absterben der Früchte im Uterus Vorgänge 
statt finden, deren Folgen der Tod der Frucht seyn mag, Doch 
weiss man wenig.über die vorausgehenden Verhältnisse, daher 
bemühte sich O. sie so viel als möglich zu ergründen; er ging 
von der Vermuthung aus, dass dieses so plötzliche Absterben 
in früheren gleichsam vorbereiteten Vorgängen seine Erklärung 
finden könnte. Unter habituellem Absterben der Kinder ver- 
steht man jene nicht seltenen Erscheinungen, bei welchen eine 
Frau in verschieden auf einander folgenden Schwangerschafteny 
in dem nämlichen Zeitpuncte derselben, ohne anerkannte äus« 
sere oder innere Veranlassung todte Kinder gebärt; gewöhnlich 
geht dem Tode der Frucht heftiger Frost voraus und die sämmt- 
lichen Früchte sehen aus wie solche, die längere Zeit im Mut- 
terleibe todt getragen wurden. Denman hat vorzüglich dar- 
auf aufmerksam gemacht, als er dies Ereigniss unter den Indiv 
catiouen zur Erregung der künstlichen Frühgeburt aufzählte. —
	        
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