Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

IV, Gynäkologie und Pädiatrik. 
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tion zu wiederholen genöthigt seyn dürfte, Da der Verf, Re- 
vere’s Bericht über Gibson’s beide Fälle, wo völlige Re- 
sorption der Linse nur 10 Tage gewährt haben soll, nicht lesen 
konnte, so kann er auch nicht über dessen Verfahren urtheilen, 
noch weniger aber auf Erfindung jener Operation, obgleich er 
darauf von selbst gekommen ist, Anspruch machen, aber doch 
darauf: sie in Deutschland zuerst geübt zu haben, eben sowohl 
als bei Extraction auf den von ihm in Deutschland zuerst verrich- 
teten Hornhautschnitt nach oben, obgleich er ihn nach Alex- 
ander hinter dem Kranken stehend, stets vollzog. Diese Ope- 
rationsweise aber hat der Verf, bereits 1818 bei einem am Ca- 
taracta. leidenden diabetischen Kranken, bei dem ihm Stadt 
wundarzt Lötz in Soldin assistirte, mit Erfolg‘ angewendet, 
Als L. 1822 bei seiner Anwesenheit in Wien mit Jäger über 
diese Art, den Hornhautschnitt zu verrichten und über deren 
Vortheile sprach, schien Jägern dieser Schnitt nicht die vom 
Verf. gerühmten Vorzüge zu verdienen, Jäger ist daher später 
wohl anderer Meinung geworden und ihm gebührt nur allein 
die Ehre, das doppelte Staarmesser angegeben zu haben, [Cas- 
per’s Wochenschr. f. d. ges. Heilk. 3838. Nr. 24.] 
IV. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK, 
154. Vierwöchiges Zurückbleiben der Nach- 
geburt in der Gebärmutter; vom Dr. HARTMANN in 
Wildberg, Am 6. August vorigen Jahres gebar eine starke, 
30jährige Bauernfrau ein unzeitiges Kind. Nach der Geburt 
erfolgte ein heftiger Mutterblutsturz, gegen welchen ärztliche 
Hülfe angewendet wurde; allein der Blutfluss dauerte, bald 
mehr, bald weniger, fort, bis H. den 6, Sept. gerufen wurde. 
Die höchst geschwächte Frau konnte das Bett nicht verlassen, 
Durch die Bauchdecken fühlte man deutlich die aufgetriebene 
Gebärmutter, auch sollte die Nachgeburt noch nicht abgegan- 
gen seyn, Die Ktianke verweigerte jede manuelle Hülfe, 
wünschte aber eine Arznei, MH. verordnete Znfus. Secal, cor- 
nut, mit etwas Tinct, Cinnamomi, Schon auf die dritte Gabe 
fingen Wehen an und nach + Stunde ging die grosse und noch 
gesunde Nachgeburt ab, die Blutung hörte auf, und die Frau 
erholte sich bald völliz. [Med, Corresp.- Bl. d. würt, ärztl. 
Vereins. Bd. VI11. Nr. 24.] 
155. Einschneidung des Muttermundes bei ei- 
ner Erstgebärenden zur künstlichen Vollendung 
der Geburt; vom Dr. Wacnen, k, k, Rathe, Feld-Stabs- 
arzte und Prof. zu Wien. Im Sommer 1821 wurde W. eines 
Morgens zu einer ärztlichen Berathung gebeten, Er fand die
	        
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