Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

If. Chirurgie und Ophthalmologie, 371 
richtete Stellung des rechten Augäpfels- stärker als die des Jin- 
ken, welcher leicht in die normale Augenaxe gebracht werden 
konnte, So oft der Kranke das rechte Auge nach oben und 
aussen rollte, entstand ein knisterndes, kurz abgebrochenes Ge- 
räusch, wie wenn eine trockene Schote plötzlich aufplatzt. Bei 
näherer Untersuchung sah man, dass däs Geräusch dadurch ent- 
stand, dass das obere Augenlid beim Beginn der Augenbewe- 
gung sich dicht an den Augapfel legte und plötzlich absprang, 
wenn die Drehung nach oben schon etwas begonnen hatte. Da- 
bei war die Conjunctiva normal, auch: thränte das Ange von 
Zeit zu Zeitz der Kranke hatte weder Schmerz, noch eine un- 
angenehme Empfindung im Auge, welches nur ungewöhnlich 
empfindlich gegen starkes Licht war, Bei nasser Witterung 
war das Geräusch stärker ‚als bei trocknerz auch nahm es bei 
vermehrten Unterleibsbeschwerden zu, wo auch die Zuckungen 
der Muskeln an verschiedenen Theilen sich häufiger einstellten. 
-— Der zweite Fall betraf einen 28jährigen Mann gelehrten 
Standes, der, nachdem er schon länger an unregelmässigen 
Stuhlausleerungen, an Druck und Schwere in der epizastrischen 
Gegend und Blähungen gelitten hatte, 31831 an einer einfachen 
catarrhalischen Augenlid-Biodehaut-Entzüodung erkrankte, wel- 
che sich nach und nach auch über die Comjunictiva bulbi aus- 
dehnte. Kin Arzt wandte dagegen Umschläge von lauwarmem 
Bleiwasser und Abführungsmittel an. + Während dieser Behand- 
lung wurde die Entzündung chronisch; die Röthe liess nach, 
aber ‚einzelne Granulationen zeigten sich auf der Conjunctiva 
des Auges und des Augenlides. Die Lichtscheu wurde so bes 
deutend, dass der Kranke das Auge gar nicht zum Sehen ge« 
brauchen konnte. — Kin anderer Arzt verordnete Einreibun- 
gen von grauer Quecksilbersalbe in die Schläfegegend, wieder- 
holte Abführungsmittel und ein Haarseil im Nacken, Die Gra»= 
nulationen und die noch vorhandene Röthe waren in der vier- 
monatlichen Behandlung geschwunden, nur Lichtscheu blieb in 
einem sehr geminderten Grade zurück. Keines der gewöhnli- 
chen Augenwässer aus Opium, Belladonna, Aqu. Laurocerasi 
und Kupfersalzen linderte, — Endlich suchte der Kranke bei 
A. Hülfe, Die Lichtscheu ist bis jetzt so gemindert, dass 
das mässig helle Tageslicht) nicht aber das Lampenlicht ver- 
tragen wird, dieses erregt Schmerz im ganzen Auge und im 
der Schläfengegend; Schmerz und Lichtscheu vermehren sich 
bei feuchter Witterung. — Bei diesem Kranken ist ein deut- 
liches Knistern im inneren Augenwinkel des rechten Auges 
schon seit einem Jahre vorhanden und entsteht, sobald der Aug- 
apfel nach oben und auswärts gerollt wird. Wie im ersten 
Falle legt sich auch das Augenlid fest an den Augapfel und 
lässt in diesem festen Anschliessen nach, wenn die Drehuug 
nach Aussen und oben begonnen hat, In dem Momente wo 
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