Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

“0. Il. Chirurgie und Ophthalmologie, 
21 Stunden wurde R, mit der Nachricht gerufen: das Kind 
habe sich verblutet. Der Puls war kaum fühlbar, Gesicht und 
Körper kalt, mit gleichem Schweisse bedeckt, die Respiration 
langsam, der Athem kalt, die Todesgefahr sehr nahe. Die eine 
Blutegelwunde war mit einem grossen Klumpen .coagulirten 
Bluts bedeckt, nach dessen Entfernung die entsprechende Wunde 
noch fortwährend blutete. Schnell less R. durch Assistenz 
eine Falte der Haut mit Einschluss jener VVunde bilden, stach 
unterhalb derselben. eine feine englische Nähnadel durch und 
umwickelte diese mit Seide in Form einer querliegenden 8 (wie 
bei der Hasenschartenoperation) , worauf die Blutung augenblick- 
lich stand, die Enden der Nadel beklebte er mit einem Knöpf- 
chen von Wachs, Moschus, China u. s. w. beförderten die 
Genesung; die Nadel war am dritten Tage durch Zerreissen 
der kleinen Hautbrücke entfernt und der Knabe ist jetzt völlig 
gesund. b) Ein 2jähriger Knabe war aus dem offenen Fenster 
des ersten Stocks gefallen, und mit dem Kopfe auf eine ‚vor 
der Thür stehende Bank gestürzt, am rechten Scheitelbeine war 
eine bedeutende Depression entstanden und R, fand den Kna- 
ben im soporösen Zustande, Bei der gewöhnlichen Behandlung 
wurden ausserdem 4 kleine Blutegel gesetzt, ‚ Die Nachblutung 
war aber so stark, dass R. das angegebene Verfahren anwen- 
den musste, wovon der Erfolg eben so günstig war, als im 
vorher erzählten Falle, [Rust’s Magaz. f. d. ges. Heilk. Bd, 
51. Hft. 2.] 
3152. .Schotengeräusch in den inneren Augen- 
winkeln; vom Prof. Dr. Ausers in Bonn. A, beobachtete 
in zwei Fällen längere Zeit in den inneren Augenwinkeln ein 
eigenthümliches knisterndes Geräusch, welches am meisten 
Aehnlichkeit mit dem Geräusch hatte, welches beim Aufsprin- 
gen einer. trockenen Hülsenfrucht entsteht. Um diese Erschei- 
nung bestimmt zu bezeichnen, nannte er dasselbe: Schoten- 
geräusch., In den Lehrbüchern. über Augenkrankheiten und 
Semiotik ist von dieser Erscheinung nicht die Rede, Da es 
nöthig ist, zur nähern Bestimmung der Herkunft jener Erschei- 
nung den gesammten pathologischen Zustand des Auges zu be- 
rücksichtigen , theilt A, jene Fälle mit. Der erste betraf einen 
22jährigen Studirenden, der schon längere Zeit an Hypochon- 
drie mit den gewöhnlichen Verdauungsbeschwerden gelitten 
hatte. Muskelzuckungen waren als schnelle unter der Haut 
vorhandene Bewegungen, auf den Armen, der Brust und am 
Halse häufig sichtbar. Im Gesicht zeigten sich diese Zuckun- 
gen in dem Musc, orbicularis oris und im Lev. labıi et nasi 
der rechten Seite, An dieser hatte das Auge mehr als an der 
linken an catarrhalisch-scrophulöser Augenentzündung und. fort- 
währender Lichtscheu gelitten, Temporärer Strabismus mit bei- 
den Augen; jedoch war die schiefe nach unten und innen ge-
	        
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