Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

U. Chirurgie und Ophthalmologie, 369 
von Charpie mit einer reizenden Digestivsalbe auf das nun of- 
fene Geschwür; diese Salbe besteht: Rec. Ung. digestivi 31]. 
Pulv. seu Tinct, Cantharid, 33.—5ij. Mercur. praecipitat, rubr. 
9).—3j. und zuweilen Tinct, Opit 3]. Mit dieser reizenden, 
gesunde Granulation befördernden Salbe wird das Geschwür bis 
zu den letzten Tagen vor seiner Heilung verbunden, Wenn 
aber am Tage nach dem Schnitte die vier Wundlappen sich von 
dem Grunde des Geschwürs zurückgezogen haben und die mor- 
tificirten Massen zu Tage liegen, bepinselt B. vermittelst eines, 
jedes Mal neuen Charpiepinsels den ganzen Grund des Ge- 
schwürs mit concentrirter Schwefelsäure, Durch dieses Bestrei- 
chen der Wundränder mit Schwefelsäure wird das nach nicht 
völlig mortificirte Zellgewebe und besonders‘ die immer vom 
Grunde aus in dasselbe hineinragenden, mehr oder weniger 
noch gesunden Fleischwärzchen vollends abgetödtet, und nach 
jedem Bestreichen lassen sich diese mit Scheere oder Messer 
und Pincette entfernen. Je schneller dies Entfernen der morti- 
ficirten Zeilgewebsmassen aus dem Geschwür vorgenommen wer- 
den kann, desto schneller wird der Grund des Geschwürs rein, 
Sobald dasselbe rein geworden ist, verbindet es B. mit einer 
Wachssalbe, der er etwas Mercur. praecip. rub. und Tinct, 
Opti crocat, zur Beförderung der Granulation zusetzt; hat die 
Granulation das Niveau der Wundränder erreicht, so bringt B, 
mit Cerat, simpl. und Betupfen mit Lapis thfernalis das Ge- 
schwür völlig zur Vernarbung. Auf diese Art hat er in 5 Fäl- 
len den Carbunkel geheilt, [Casper’s Wochenschr. f. d. ges. 
Heilk. 1838. Nr. 18.] 
151. Sichere Stillung von Blutegelwundeni 
von Dr. RepDer in Rostock. Die von Löwenhardt in Prenz- 
lau vorgeschlagene Methode: die Ränder von erwähnten klei- 
nen Wunden einander zu nähern, dann sie oberflächlich mit« 
telst einer feinen, mit einem Faden versehenen, nach Willkühr 
gestalteten Nadel zu durchstechen und nach Entfernung dersel- 
ben den Faden in einen einfachen festen Knoten zusammenzu- 
schlingen, ist ein sicheres Verfahren gegen die so häufig ge 
fahrdrohende Nachblutung, besonders bei Kindern, Indessen 
wird das mögliche Ausreissen der Fäden beim Zusammenbinden 
oft sehr gefährlich, und deswegen wurde . dieses Verfahren in 
zwei Fällen von R. modificirt. a) Bei einem halbjährigen 
Kinde verordnete er wegen entzündlicher Brustkrankheit 2 kleine 
Blutegel in die Gegend des obern Brustbeinrandes, liess die 
Nachblutung eine Stunde fortdauern, warme leinene Compres- 
sen auflegen und bestimmte für den Fall, dass nach der be- 
stimmten Zeit die Nachblutung noch nicht aufgehört hätte, diese 
durch Auflegen kleiner Stücke Feuerschwamm zu hemmen; 
wenn aber auch dieses nicht helfen sollte, sich eines Pulvers 
(Pulv, styptic. Ph. H.) nach Vorschrift zu bedienen. Nach 
Suammarium d; Medicin: 1838; 1b 24
	        
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