Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

Il, Chirurgie und Ophthalmologie, 3415 
mehr öffnen und der Kopf konnte ziemlich leicht nach links 
und rechts gewendet werden, nur der Stuhl stockte noch, da- 
her wurde den 6. Mai ein Klystier aus 3ij. Fol. senn. 3ij. Ol, 
Ricini und 323. Tart. vitriol. bereitet, verordnet. Bei gleich« 
mässiger Behandlung wurde die Besserung immer bemerkbarer, 
Da aber der Stuhl noch nicht erfolgte, so erhielt Pat, 3j. Rici- 
nusöl und Kalbfleischwasser, wodurch mehrere Stuhlgänge be- 
wirkt wurden, Die Einreibungen und Bäder wurden jetzt aus- 
gesetzt, dagegen musste Pat.‘ die Opiummixtur und den Thee 
aus Borrago fortgebrauchen. Am 18. Tage konnte Pat. auf- 
stehen und wurde den 8. Juni völlig hergestellt entlassen, [v. 
Pommer’s Schweiz. Zeitschr. Bd, 11. Hft, 2.] 
IE. CHIRURGIE und ÖFPHTHALMOLOGIE. 
146, Erfolgreiche Behandlung des Hydroce- 
phalus chronicus durch Compression des Kopfs 
mit Heftpflasterstreifen; von Dr. EnceLMmann zu Kreuz- 
nach. E. beobachtete mehrere Fälle von chronischem Wasser- 
kopf bei Kindern, bei denen sich die Krankheit allmählig von 
der Geburt an entwickelt hatte, ohne dass eine Metastase als 
Ursache aufzufinden war, Er wandte die G ölis’sche Curmethode 
an und setzte sie längere Zeit mit dem grössten Vertrauen fort, 
Bei ‚einem Falle schien Besserung einzutreten, als mit dem Be- 
ginne des Zahnens acute Hirnentzündung das Kind schnell töd- 
tetez in allen andern Fällen schritt die Krankheit unaufhaltsam 
fort, Auch bei Blasenpflastern auf den geschorenen Kopf, Ein- 
reibungen von Brechweinsteinsalbe, . Anwendung von Digitalis 
und Laugenbäder stand die Krankheit nicht stille; der Umfang 
des Kopfs wuchs immer mehr, die Erscheinungen von Hirn- 
druck steigerten sich, die Abmagerung des Körpers stieg aufs 
Höchste und Zelrfieber machte dem Leben ein Ende, — Jetzt 
nahm sich E. vor, bei wieder vorkommenden Fällen die von 
Bernard empfohlene Compression des glattigeschornen Kopfs 
mittelst Heftpflasterstreifen zu versuchen. Die folgenden Krank- 
heitsgeschichten sollen zeigen, wie diese Methode in allen Fäl- 
Jen wirkte und ob E. Ursache hatte, mit dem Erfolge zufrie- 
den zu seyn. — Erster Fall. Im Januar 1834 wurde E. 
zu einem 2jährigen an Hydrocephalus acutus im Lähmungssta- 
dium leidenden Kinde gerufen, welches von Geburt an einen 
auffallend starken Kopf hatte und vor Ausbruch seines jetzigen 
Vebels längere Zeit schon Symptome zeigte, welche einen Hy- 
drocephalus- chronicus vermuthen liessen. Aerztliche Hülfe 
wurde gegen das allmählig auftretende Uebel erst gesucht, als 
sich Zuckungen und bald darauf Lähmung ausbildeten. Kalte
	        
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