Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 327 
gefühls, mit oder ohne Fieber ein, Schnarchen im Schlafe, so- 
wohl bei Rücken- als Seitenlage, Nasenton und etwas heisere 
Stimme, der Rachen verschwillt und dessen Schleimhautüberzug, 
besonders der der Mandeln und des Zäpfchens, lockert sich 
purpurartig geröthet auf, Man sieht es dem Kinde an Haltung 
und Miene an, dass das Innere des Halses krank sein muss, 
auch ist derselbe geschwollen. Auf diesem Grunde fängt die 
Exsudation sich zu bilden an und schreitet langsam oder ge- 
schwind über den ganzen Rachen fort, es entsteht Husten und 
aufgedunsenes Gesicht und Aengstlichkeit in Mienen und Un- 
ruhe im Betragen verräth Hinderniss beim Athemholen. Es 
entwickelt sich nun der gewöhnliche Croup, und meist 80 in- 
tensiv, dass Pat. nicht mehr zu retten ist und der Tod unter 
den bekannten Erscheinungen des Croups eintritt, Dass ernst- 
liche Besichtigung der Mandeln das wichtigste Erforderniss ist, 
leuchtet ein, der Verf, wird daher nie die sorgfältigste Unter- 
suchung des Innern des Halses versäumen, zumal wo die Man- 
deln geschwollen sind und deshalb auch, bei jeder Klage über 
den Hals, nach den Mandeln fühlen. Ist die Geschwulst klein, 
hart, hält sie Jange an und klingt dabei die Sprache wie durch 
die Nase betont, so muss man eilig das Innere besehen, denn 
hier fiodet man gewiss schon purpurrothe Farbe und Aufge- 
lockertseyn der Schleimhaut, selbst des Rachens, diese sichern 
Vorläufer der Exsudation, die man zu hindern suchen muss, 
weil, wenn sie einmal besteht, die Gefahr sichtlich wachsen 
kann. Auffallend war es dem Verf, immer, dass, ungeachtet 
dieser Entzündung im Wege des Schluckens kein Hinderniss 
desselben zu bemerken war, ja selbst das sovenannte leere 
Schlucken, wie man dies so gewöhnlich bei Entzündung der 
Rachentheile: beobachtet, fehlte. Durch welche Mittel diese 
Affection beseitigt werden soll, erhellt wohl aus dem Wesen 
der Entzündung selbst, aus der Natur- der ergriffenen Theile, 
aus dem Zustande oder besser aus der Individualität des Kran- 
ken, als dem Grund und Boden überhaupt, worauf der Saame 
gefallen ist, und endlich noch aus dem langsamern oder schnel- 
lern Verlaufe des Uebels, Es siad also auch hier die Rück- 
sichten zu nehmen, wie in jeder andern Krankheit, von der 
man die Natur der Ursache nicht kenot. Kin Hauptmittel scheint 
jedoch der Mercur, Avie im Croup, so auch hier, zu seyn, wenn 
die gerade heftige Entzündlichkeit im Allgemeinen durch starke 
Blutentziehungen beschwichtigt worden ist, die, ist der Fall acut, 
reichlich sein müssen, denn der Merkur wirkt viel nachdrück- 
licher, sobald das Secretionsleben vom Blute entlastet ist; ja 
auch in chronischen Fällen fühlt sich R. geneigt Blut zu ent- 
ziehen und zwar aus gleichem Grunde, spräche auch jene 
Blässe, der Ausdruck der Mattigkeit des Kranken noch so 
sehr dagegen, denn diese Schwäche ist, wie im Croup, für
	        
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