Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

286 I.  Materia medica und Toxikologie, 
Pupille von Contraction der Fasern, welche sowohl auf der vor- 
deren als hinteren Fläche der Iris sich ‘befinden und welche 
zusammengenommen einen Musculus orbicularis bilden abhän- 
gig sei. — Als K, am 22. Tage der Krankheit Pulver von 
Secale cornutum 3 Gran p. d. 4 Mal täglich zu nehmen ver- 
ordnet hatte, erfuhr er am folgenden Tage, dass Pat. auf den 
Einfluss des Lichtes das Gefühl empfände, als rühre sich Etwas 
im Innern des Auges und dass sie selbst im Spiegel eine Ver. 
kleinerung der Pupille wahrgenommen hätte. Bei Besichtigung 
des Auges bemerkte K. wirklich eine Veränderung in der 
Grösse der Pupille, :und indem er die Dosis bis auf 15 Gran 
vergrösserte, zunehmende Besserung. Da zu dieser Zeit die 
monatliche Reinigung eingetreten war, 80 setzte er das Mittel, 
welches stark auf den Uterus wirkt, aus, um die normale 
Function nicht zu stören, allein mit dem Aussetzen desselben 
vergrösserte sich von Neuem die Erweiterung der Pupille, ob- 
Aleich die Reaction auf den Lichteinfluss nicht ganz verschwun- 
den war. Nach beendigtem Monatsflusse wurde das Mittel 80- 
gleich wieder angewandt und bewirkte auffallende Besserung, 
K. verschrieb zuerst 18 Gran in Pulverform, nachlier 3j. in 
Decoct. Nach einigen Tagen verschwand die Erweiterung ganz, 
die Iris zog sich vollkommen zusammen und es zeigte sich nicht 
mehr der kleinste Unterschied zwischen beiden Augen. — Im 
Juli 1836 sah K. die Frau wieder, es war nichts Ahnorntes in 
dem Auge zu bemerken, und das Uebel war während der Zeit 
nicht wiedergekehrt. — K, wollte diese Beobachtung durch 
weitere Versuche bekräftigenz allein da er dazu noch keine 
Gelegenheit fand, so hofft er, dass diese seinen Collegen sich 
darbieten wird, Würde die Beobachtung bestätigt, so wäre 
ein erfolgreiches Heilverfahren gegen Paralyse der Irıs gefunden 
und eine: vartreffliche Eigenschaft in dem in der Geburtshülfe 
80 nützlichen Mutterkorn entdeckt. [Berlı med. Centralzeit, 
1838. Nr, 7. un. Memoiren d. Warschauer med. Gesellschaft. 
Warschau, 1837] 
121. Ueber die Anwendung der Granatwurzel- 
rinde gegen Bandwurm; von Dr. Rornexasure zu Hams 
burg. Viele gegen den Bandwurm empfohlene Mittel sind nicht 
allein schwierig zu nehmen , auch ihre Wirkung ist sehr zwei- 
felhaft. Vor mehreren Jahren liess R. einmal das Chabertsche 
Oel ungeachtet seines höchst widerlichen Geschmacks und Ge 
ruchs gebrauchen und sah günstigen Erfolg, indem der getödtete 
Wurm halb verfault.abging und mehrere Jahre keine Spüren 
von Bandwurm bemerkt wurden, Doch schien ein anderes 
Mittel, welches sicher wirkt und nicht die abschreckenden Ne« 
benwirkungen anderer gegen den Bandwurm empfohlenen Spe- 
fica hat, wünschenswerth und R. versuchte die Rinde der Wur- 
zel des Granatbaums, Der Erfolg war sehr glücklich, R. wie-
	        
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