Full text: (Neueste Folge, Band 8 = 1838, No 9-No 16)

1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 277 
heitsursache geben für die Prognose keinen Anhaltspunet, Las- 
sen sich in Lungen, Pleura, oder Herzbentel Metastasen aus- 
mitteln, so ist der Tod vorauszusehen, . Darmblutungen hringen 
die grösste Gefahr. Nur mässiges Ficber, geringes Leiden der 
Respirationsorgane, baldiger Eintritt des Appetits, mehr trockene, 
nicht sehr heisse Haut, bloss leichte Delirien mit nicht erlosche- 
nem Bewusstsein, blasser Urin und nicht zu excessive Durch- 
fälle gehören zu den günstigen Zeichen, sichern aber nicht vor 
dem Tode. — X, Aetiologie des Abdominaltyphus. 
Dass auf die verschiedenartigsten schädlichen Einwirkungen von 
aussen keine, oder die verschiedensten Krankheiten erfolgen, 
ist bekannt. Die den Abdominaltyphus hervorrufenden Ursa- 
chen kennt man durchaus nicht. Er kommt übrigens am häu- 
[figsten zwischen dem 17. und 23. Jahre vor; das frühere und 
das spätere Alter ist demselben um so weniger ausgesetzt, als 
es sich von der angegebenen Zeit entfernt. Ueber das 40. Jahr 
hinaus giebt es nur wenig Fähe und über das 50. ist dem 
Verf, nur ein einziger Fall bekannt. Ob-der Abdominaltyphus 
sich durch Ansteckung fortpflanze, kann im Allgemeinen hier 
nicht beantwortet werden. Die in den letztern Jahren beobach- 
teten Fälle liefern kein Beispiel, das Annahme einer An- 
steckungsfähigkeit rechtfertigte, Die Zukunft muss entscheiden, 
ob sich bei heftiger Epidemie ein Contagium entwickele. — 
XI. Therapie des Abdominaltyphus. Die noch so ge- 
au bekannten organischen Veränderungen und Functionsstörun- 
gen nützen der Therapie nur negativ, indem daraus Unzuläng- 
lichkeit, Nutzlosigkeit, oder offenbare Schädlichkeit gewisser 
Heilmethoden zu ersehen ist; man kann aber daraus nie ent- 
nehmen, welche Mittel man zu ihrer Beseitigung brauche und 
ob sie überhaupt durch Mittel beseitigt werden können, Das 
erwünschteste wäre ein Verfahren, durch das der Abdominal- 
typhus im Entstehen abgeschnitten und so die weitere Ent- 
wickelung verhütet werden könnte. Nach dem bisher bekann- 
ten ist dies nicht möglich und der Abdominaltyphus zeigt somit 
in dieser Beziehung gleiches Verhalten mit den Blattern: eine 
Behauptung, die keinen Widerspruch finden würde, wenn die 
Exerescenzen an der Darmschleimhaut so sichtbar wären, als 
die ausbrechenden Blattern. Der Abdominaltyphus fängt mit 
Symptomen an, die man einem catarrhalischen, rheumatischen 
üder gastrischen Fieber, oder einer Pneumonie, oder sonst noch 
andern Uebeln zuschreibt. Aehnlichen Anfang haben die Blat- 
tern und es wäre ohne Erscheinen des Exanthems die Diagnose 
bei Blattern eben so schwierig, wie Anfangs im Abdominalty- 
phus. Es giebt viele Fälle, wo ein anscheinend gastrisches 
oder rheumatisches, oder catarrhalisches Fieber ungeachtet der 
besten Pflege und angemessener ärztlicher Hülfe doch nicht 
weicht und später alle Erscheinungen eines heftigen Nervenlfie-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.